Rasch wechselnde elektrische Felder können die Zellteilung stören, indem sie den Aufbau des Spindelapparats hemmen, die Mitose unterbrechen und dann zur Apoptose führen. Auf diese Weise hemmt der Einsatz von TTFields das Tumorwachstum, ohne dabei gesunde, ruhende Zellen zu schädigen. Es handelt sich um elektrische Wechselfelder mit geringer Intensität (1 bis 3 V/cm) und intermediärer Frequenz (100 bis 300 kHz). In der Phase-III-Studie Lunar waren 276 Patienten mit metastasiertem nichtkleinzelligem Lungenkrebs (mNSCLC), der während oder nach einer platinbasierten Therapie fortgeschritten war, aufgenommen und entweder mit der TTFields-Therapie in Kombination mit einer Standardtherapie oder der Standardtherapie allein behandelt worden. Die mediane Gesamtüberlebenszeit (mOS) war in dem TTFields-Kombinationsarm signifikant länger als im Kontrollarm (13,2 vs. 9,9 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,74; p = 0,035). Die systemische Toxizität wurde nicht verstärkt. Diese Daten deuten darauf hin, dass die TTFields-Therapie beim mNSCLC wirksam ist und als Therapieoption in diesem Setting in Betracht gezogen werden sollte.
In der globalen Phase-III-Studie PANOVA-3 erhielten 571 Patienten mit neu diagnostiziertem Adenokarzinom des Pankreas randomisiert Gemcitabin und Nab-Paclitaxel mit oder ohne TTFields. Auch hier wurde in der Kombinationsgruppe mit TTFields das mOS signifikant verlängert (16,2 vs. 14,2 Monate; HR 0,82; p = 0,039). Erfreulich im Hinblick auf die Lebensqualität der Patienten war, dass auch das mediane schmerzfreie Überleben durch TTFields signifikant verlängert wurde (15,2 vs. 9,1 Monate; HR 0,74; p = 0,027).
Der Großteil der gerätebedingten unerwünschten Hautereignisse, zu denen es bei der Anwendung von TTFields kommen kann, sind leicht bis mittelschwer, werden aber meist von den Patienten gut akzeptiert. „Wichtigster Punkt für die Patienten ist, dass sie durch die längere Tragedauer Einfluss auf die Effektivität ihrer Behandlung nehmen können“, meinte Prof. Marco Stein, Gießen.
Dr. Annette Junker