Im Gegensatz zur CAR-T-Zell-Therapie seien bispezifische Antikörper sofort verfügbar und teilweise subkutan applizierbar, sagte Dr. Stephanie Herold, Mainz. Hinsichtlich der Ansprechraten seien beide Substanzklassen vergleichbar. Ein zur Therapie des rezidivierten/refraktären follikulären Lymphoms zugelassener bispezifischer Antikörper ab der Drittlinie ist Odronextamab (Ordspono®). Im Follow-up der Phase-II-Studie ELM-2 sprachen 80,5 % der Patienten auf Odronextamab an, 74,2 % mit einer kompletten Remission (CR) [1].
Auch zur Behandlung des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) ist unter anderem Odronextamab ab der Drittlinie verfügbar. In der ELM-1-Studie waren 71,7 % der Patienten gegenüber einer vorherigen CAR-T-Zell-Therapie refraktär [1]. 48,3 % sprachen auf Odronextamab an, 31,7 % erzielten eine CR. Voraussetzung für eine lange Remission sei das Erreichen eines tiefen Ansprechens, so Herold.
Beim MM zeigten bispezifische Antikörper laut Prof. Katja Weisel, Hamburg, insbesondere bei hohem Risiko eine vielversprechende Wirksamkeit. Das Ansprechen sei binär ausgeprägt – entweder sehr tiefgreifend oder ohne Reaktion. Insbesondere triple-class-refraktäre Patienten sprachen in der Phase-I/II-Studie LINKER-MM1 gut auf Linvoseltamab (Lynozyfic®) an, vor allem bei niedriger Tumorlast [3]. Weitere Daten aus Phase-III-Studien sowie aus Kombinationstherapien in früheren Therapielinien werden erwartet. Zudem solle Linvoseltamab künftig auch bei monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz und dem Smoldering-MM evaluiert werden.
Dr. Corinna Kolac