Das Therapieziel beim MCL ist die Langzeitremission. Besonders jüngere Patienten erhalten dazu eine intensive Chemotherapie, möglichst in Kombination mit Ibrutinib (Imbruvica®) und gegebenenfalls die autologe Stammzelltransplantation (ASZT). In der TRIANGLE-Studie hat sich allerdings der Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor in Kombination mit einer Chemoimmuntherapie (CIT) der bisherigen Standardbehandlung als überlegen erwiesen und zu einer Zulassungserweiterung von Ibrutinib für die Erstlinientherapie geführt. In TRIANGLE waren 870 Patienten mit nicht vorbehandelten MCL (58 % niedriges Risiko, 27 % intermediäres Risiko), die für eine ASZT geeignet waren, in drei Behandlungsarme randomisiert worden: Ibrutinib plus CIT mit oder ohne ASZT, jeweils gefolgt von einer auf zwei Jahre befristeten Ibrutinib-Erhaltungstherapie oder Gruppe 3 mit CIT plus ASZT.
Nach vier Jahren lag in der Gruppe mit Ibrutinib/CIT die Rate versagensfreien Überlebens (FFS) im Vergleich zu ASZT/CIT bei 81 versus 70 % (p = 0,0208). Zusätzlich war die Gesamtüberlebensrate mit 90 versus 81 % signifikant länger (p = 0,0019). Damit war das Sterberisiko um 43 % reduziert. Die Toxizität in der ASZT/CIT-Gruppe war höher. Die Zugabe von Ibrutinib zur CIT in der Induktion führte zu keiner Zunahme unerwünschter Ereignisse vom Grad 3 bis 5. Die Erhaltungstherapie mit Ibrutinib erwies sich als deutlich besser verträglich im Vergleich zu Patienten nach ASZT [1, 2].
Von einer „Veränderung des therapeutischen Standards“, sprach Prof. Martin Dreyling, München. Damit soll der BTK-Inhibitor künftig sowohl für die Induktionstherapie als auch als zeitlich begrenzte Erhaltungstherapie Teil der Erstlinienbehandlung des MCL sein. Dreyling schloss nicht aus, dass einzelne Patienten mit hohem Risiko nach wie vor von der ASZT profitieren könnten, dies bedürfe der weiteren Klärung.
Dr. Thomas Meißner