Prof. Aristoteles Giagounidis, Düsseldorf, zufolge zeige die Phase-III-Studie COMMANDS, dass der Erythrozyten-Reifungs-Aktivator Luspatercept (Reblozyl®) dem Erythropoese-stimulierenden Agens Epoetin alfa (EPO) bei Erkrankten mit Niedrigrisiko-MDS auch nach längerem Follow-up überlegen ist [1, 2]. In Woche 24 benötigten 76,4 versus 55,8 % der Behandelten für mehr als zwölf Wochen keine Erythrozytenkonzentrattransfusion. Dieses Ansprechen hielt mit Luspatercept in 39,6 % der Fälle über mindestens 1,5 Jahre an (Cut-off September 2023) [3]. Zum Cut-off im Februar 2025 betrug die mediane Nachbeobachtungszeit 30,6 Monate für die Luspatercept- und 28,8 Monate für die EPO-Gruppe. In der Intention-to-treat-Population wurde das mediane Gesamtüberleben (OS) für Luspatercept nicht erreicht und betrug 46,0 Monate mit EPO.
Prof. Christiane Pott, Kiel, erklärte, dass CAR-T-Zell-Therapien wie Lisocabtagen-Maraleucel (Breyanzi®) in der Rezidivsituation je nach Lymphomart eine wichtige Rolle in der Zweit- und Drittlinie sowie nach Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor-Versagen spiele. Daher sollte man während der Therapie frühzeitig Kontakt zu einem CAR-T-Zell-Zentrum aufzunehmen. Daneben seien gegebenenfalls weitere Erhaltungs- oder Kombinationsstrategien erforderlich, so Pott. Zudem könnten neue Kombinationen mit bispezifischen Antikörpern die Behandlung mit CAR-T-Zellen herausfordern, und weitere neuartige Immuntherapien wie der Cereblon-E3-Ligase-Modulator (CELMoD) Golcadomide befänden sich in der Entwicklung.
Laufende Entwicklungen würden zu neuen Zielstrukturen und Kombinationsbehandlungen auch beim MM führen, meinte Prof. Marc-Steffen Raab, Heidelberg. CELMoD schienen laut Raab eine überlegene Wirksamkeit gegenüber immunmodulatorischen Wirkstoffen, eine höhere Antimyelomaktivität und eine stärkere T-Zell-Aktivierung zu erzielen. Auch seien sie vielversprechende Kombinationspartner für Immuntherapien, um die Erschöpfung der Immunzellen zu verhindern und die Wirksamkeit zu potenzieren.
Anne Göttenauer