Infektionsletalität von SARS-CoV-2: Eine immunologische Fragestellung

Die Infektionssterblichkeit ist eine wichtige Kenngröße der SARS-CoV-2-Pandemie. Sie wird basierend auf der Grundgesamtheit der Infizierten bestimmt und ist damit besser definiert als die Fallsterblichkeit, die sich auf Erkrankungsfälle bezieht. Infiziert im Sinne der Infektionssterblichkeit sind alle Personen, die aktuell mit dem Virus infiziert sind oder früher Kontakt mit dem Virus hatten und eine aktuell noch messbare Virus-spezifische Immunität aufweisen. Dem gegenüber sind Kriterien zur Festlegung von Erkrankungsfällen weniger scharf definiert. Damit wird die Fallsterblichkeit vor allem klinisch bestimmt, die Infektionssterblichkeit hingegen immunologisch. Im Zentrum steht dabei die zuverlässige Detektion der SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper in Abgrenzung von Immunantworten gegenüber anderen verwandten Coronaviren. Neben dem Ausbildungsverlauf der spezifischen Antikörperantwort muss dabei auch der anschließende Abfall der Antikörpertiter berücksichtigt werden. Die verwendeten Analyseverfahren müssen eine hohe Spezifität und Sensitivität für SARS-CoV-2-spezifische Antikörper aufweisen. Die Studie sollte idealerweise in Zusammenhang mit einem vorübergehenden Ausbruchsereignis stehen. Dieses sollte bei Daten­erhebung so weit zurückliegen, dass die letalen Verläufe bereits evaluiert werden können. Die Kriterien für eine valide Bestimmung der Infektionssterblichkeit sollen hier anhand des ersten Ausbruchsereignis der SARS-CoV-2-Pandemie in Deutschland erläutert werden [1].

Schlüsselwörter: SARS-CoV-2, Infektionssterblichkeit, Ausbruchsereignis, Immunantwort, Coronaviren

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