Ein Plädoyer für individualisierte Belastungsanalysen und Genehmigungsverfahren

Zucht und Haltung immundefizienter Mauslinien unter SPF-Bedingungen

Zucht und Haltung immundefizienter Mäuse müssen gegenwärtig in Europa als Tierversuch beantragt werden. Das zugrunde liegende Gesetz basiert auf der Annahme, dass Immundefizienz per se zur Beeinträchtigung des Tierwohls führt, auch wenn die Mäuse frei von Infektionen gehalten werden. Allein die Annahme einer Infektionsanfälligkeit bei potentiellen Hygieneeinbrüchen ist ausschlaggebend für die Genehmigungspflicht. Aktuelle Daten zeigen nun, dass es für zwei schwer immundefiziente Mauslinien keine messbaren Hinweise für Belastungen unter SPF-Bedingungen gibt. Im vorliegenden Artikel beleuchten wir diese neuen Erkenntnisse aus immunologischer Sicht und diskutieren mögliche Konsequenzen für die Belastungsbeurteilung und Genehmigungsverfahren der Zucht und Haltung immundefizienter Mäuse.

Schlüsselwörter: Immundefizienz, Belastungsanalyse, Tierexperiment, 3R, Infektionsrisiko

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