Gastkommentar: Auf dem Weg zur Routine

Bereits in der Antike nutzten Kliniker ihren Geruchssinn, um aus der Ausatemluft Erkrankungen durch deren typischen Geruch zu diagnostizieren. Allerdings erst in den 1970er-Jahren wurden durch Linus Pauling flüchtige organische Substanzen (VOCs) in der Ausatemluft zur Diagnostik näher erforscht. Analytische und technische Herausforderungen haben jedoch die Entwicklung der Atemdiagnostik zu einer ernstzunehmenden diagnostischen Methode über lange Zeit verhindert.
In seinem Artikel beschreibt PD Dr. Beniam Ghebremedhin die technisch-analytischen Verbesserungen und das zunehmende Wissen über die dia­gnostische Bedeutung von VOCs in der Ausatemluft für die Diagnose von diversen Erkrankungen wie Infektionen oder Krebs. Das von ihm beschriebene „Point-of-Care“-Potenzial und die schnelle „Turn-around“-Zeit eröffnen Einsatzmöglichkeiten für die Atemgasdiagnostik im Kampf gegen globale Erkrankungen wie möglicherweise auch COVID-19. Aus seiner Arbeit wird klar, welches Potenzial in der Untersuchung der Ausatemluft liegt, aber auch, welche Herausforderungen noch zu überwinden sind, bevor die diagnostische Analyse des Exhalats zur weiteren Routinemethode in der klinischen Diagnostik wird. 

 

Autor
Prof. Dr. med. Wieland Voigt
Medical Innovations and Management
Steinbeis Universität Berlin
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