Biomarker einer tödlichen Kaskade

Sepsisdiagnostik

Die Sepsis ist durch eine Kaskade pathophysiologischer Ereignisse gekennzeichnet, die mit einer scheinbar harmlosen Infektion beginnen und mit dem Tod des Patienten enden kann.
Auch wenn noch nicht alle Details – insbesondere die biochemischen Ursachen des sog. Zytokinsturms – geklärt sind, so stellt die Labordiagnostik doch für die meisten Stufen dieser Eskalation geeignete Biomarker zur Verfügung: den Erreger und Resistenznachweis, Entzündungsmarker wie CRP, PCT und diverse Zytokine (IL-6, IL-8), Marker der disseminierten intravasalen Koagulopathie (DIC), des akuten Atemnotsyndroms (ARDS) und des Schockzustands (Fibrinogen, D-Dimer, Fibrinmonomere, Blutgase, Laktat) sowie des Organversagens (Leber- und Nierenwerte).

Hier stellen wir Tests für die in der Abbildung unterstrichenen Phasen des Sepsisgeschehens vor. Nach der lokalen Infektion verbreiten sich die Erreger über den Blutstrom und lassen sich mittlerweile mit so unterschiedlichen Verfahren wie beispielsweise der T2-Magnetresonanz direkt aus Vollblut, der Breitband-PCR mit anschließender Sequenzierung aus beliebigem Direktmaterial oder der molekularbiologischen Bestimmung von Erreger und Resistenz nach Voranreicherung in der Blutkultur zuverlässig und schnell nachweisen. Um eine lebensbedrohliche DIC mit hoher Sensitivität zu erkennen, eignet sich insbesondere der Anstieg der löslichen Fibrinmonomere, die das früheste Spaltprodukt des Fibrinogens repräsentieren.   

Prof. Dr. med. Georg Hoffmann
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