Berichte

Damit neue Erkenntnisse schneller bekannt und im Behandlungsalltag umgesetzt werden, wurde von Mitarbeitern des urologischen Tumorzentrums der Berliner Charité das Hauptstadt-Urologie-Netzwerk gegründet. Es soll modernste Diagnostik, wie etwa Genanalysen im Hinblick auf die Detektion von BRCA1/2-Mutationen, verfügbar machen und damit Patienten die Möglichkeit zielgerichteter Behandlungen bzw. die Teilnahme an entsprechenden Studien eröffnen[1].

ADT – Therapiestandard beim Prostatakarzinom

Aufgrund der zentralen Rolle von Androgenen für das Wachstum bösartiger Prostatakrebszellen bildet die Androgendeprivationstherapie (ADT) seit Jahrzehnten das Fundament der medikamentösen Therapie und wird von der aktuell gültigen S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom bereits bei lokal fortgeschrittenen Stadien als (neo)adjuvante Therapie begleitend zur Strahlentherapie empfohlen. Auch im fortgeschrittenen und metastasierten Stadium bildet die ADT weiterhin das Fundament der systemischen Behandlung in Kombination mit Chemotherapie oder Hormontherapien der zweiten Generation. So erfolgten alle Zulassungsstudien der neuen Wirkstoffe beim mCRPC, M0CRPC und mHSPC immer unter Fortführung der ADT bzw. in Kombination mit einer ADT, weil der Androgensignalweg bei Fortschreiten der Erkrankung weiterhin eine Rolle spielt.
Zur Testosteronsenkung stehen eine Reihe von LHRH-Agonisten zur Verfügung, die sich laut verfügbarer Daten im individuellen Wirkprofil unterscheiden. In einer aktuellen retrospektiven Auswertung wurde gezeigt, dass Triptorelin (Pamorelin®) im Vergleich zu Goserelin und Leuprorelin im Mittel die niedrigsten Testosteron-Werte und die höchste Rate an Patienten mit Kastrationswerten
< 10 ng/dl erzielte [2].

 
Dr. Annette Junker



Fachpressekonferenz anlässlich des DKK am 21.02.2020 in Berlin, veranstaltet von Ipsen Pharma GmbH.