In der Erstlinientherapie von Patient:innen mit metastasiertem NSCLC nehmen immunonkologische (IO) Therapien einen zentralen Platz ein. Sie haben sich als Standard etabliert, wenn sich im Tumorgenom keine zielgerichtet therapierbaren Mutationen nachweisen lassen [3, 4]. Ein wichtiges Entscheidungskriterium dafür, welches IO-basierte Regime zum Einsatz kommt, ist der Expressionsgrad des Programmed Cell Death-Ligand 1 (PD-L1). Zunehmend finden neben PD-L1 auch molekulare Biomarker Beachtung, die die Wirksamkeit PD-(L)1-Inhibitor-basierter Therapien beeinträchtigen können. Dazu zählen insbesondere Risikomutationen in den Tumorsuppressorgenen STK11 und KEAP1, die häufig als Ko-Mutationen bei Patient:innen mit Risikomutationen im Onkogen KRAS vorliegen [5]. Bisherige Studien deuten darauf hin, dass sich Alterationen in STK11 und KEAP1 negativ auf das klinische Ergebnis unter PD-(L)1-Inhibitor-basierten Therapien auswirken können und dieser Effekt bei zusätzlich vorliegender KRAS-Mutation noch ausgeprägter zu sein scheint [1, 6–9].
POSEIDON-Regime: langfristiger OS-Vorteil gezeigt
Ein IO-basiertes Regime, das sowohl in der gesamten Studienpopulation als auch in Subgruppen mit den genannten Risikomutationen* eine langfristige Wirksamkeit erwiesen hat, ist die Kombinationstherapie aus dem PD-L1-Inhibitor Durvalumab (IMFINZI®), dem Inhibitor des Cytotoxic T-Lymphocyte-Associated Protein 4 (CTLA-4) Tremelimumab (IMJUDO®) und einer platinbasierten Chemotherapie [2]. Durvalumab spielt somit über verschiedene Stadien hinweg eine zentrale Rolle in der NSCLC-Therapie: Der Immuncheckpoint-Inhibitor hat auch im perioperativen Setting des frühen NSCLC sowie bei inoperablen Patient:innen mit lokal fortgeschrittener Erkrankung nach platinbasierter Radiochemotherapie und einem PD-L1-Status größer 1 eine hohe Wirksamkeit gezeigt, wie die Ergebnisse aus den Phase-III-Studien AEGEAN und PACIFIC darlegen [10, 11].
Im metastasierten Stadium führte das POSEIDON-Regime in der 5-Jahres-Analyse der gleichnamigen, randomisierten Phase-III-Studie zu einem anhaltenden Vorteil im Gesamtüberleben (OS) gegenüber alleiniger Chemotherapie (HR 0,76; 95 %-KI 0,64–0,89; n = 338 bzw. 337) (Abb. 1).