Die DGfI und Trillium in Zeiten der Pandemie

Liebe DGfI-Mitglieder,

das ganz besondere, von der Pandemie geprägte Jahr 2021 ist nun vorüber und mit ihm leider auch die Trillium Immunologie-Reihe, die die DGfI einige Jahre gemeinsam mit dem Trillium-Verlag gestaltet hat. An dieser Stelle möchte sich der Vorstand von Herzen bei Hans-Martin Jäck, Gunther Hartmann, Georg und Martin Hoffmann sowie dem Trillium-Verlagsteam für das großartige Engagement bedanken. Über die letzten fünf Jahre gab es jeweils vier Ausgaben mit leicht verständlich aufbereiteten wissenschaftlichen Artikeln, durch die auch Nicht-Immunolog:innen einen fundierten Einblick in die facettenreiche Immunologie erhalten konnten. Dabei wurde für die jeweiligen thematischen Schwerpunkte immer eine Balance zwischen dem eher klinisch orientierten Blickwinkel und der Grundlagenforschung gefunden, die es möglich machte, über die Erkrankungen auch Details der dahintersteckenden Mechanismen aufscheinen zu lassen. Außerdem bot Trillium Immunologie auch den großen Forschungsnetzwerken, Graduiertenkollegs und Verbünden eine Möglichkeit, sich bundesweit zu präsentieren. Auch wissenschaftspolitische Themen wurden diskutiert und einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt. Darüber hinaus bestand eine der wichtigsten Aufgaben der Trillium Immunologie-Ausgaben darin, die Mitglieder unserer Fachgesellschaft über aktuelle Themen zu informieren und über DGfI-Aktivitäten wie die Autumn School vor allem für Master- und frühe PhD-Studierende, die Spring School für eher erfahrenere PhD-Studierende und Postdocs und die Translational Immunology School vor allem für Kliniker:innen und die DGfI-Jahrestagungen zu berichten. Auch die Vorstellungen der Kandidatinnen und Kandidaten für Vorstands- und Beiratswahlen wurden hier in Trillium Immunologie veröffentlicht. Nach diesen vielen Jahren der erfolgreichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Trillium-Verlag ist es wirklich sehr bedauerlich, dass diese Ausgabe nun die letzte in der Trillium-Reihe sein wird. Bei allen engagierten Autor:innen, Redakteur:innen und Organisator:innen möchten wir uns nochmals herzlich bedanken. Leider hat sich der Anzeigenmarkt in Trillium Immunologie nicht wie erwartet entwickelt, sodass die Printausgabe der Zeitschrift nun leider eingestellt wird. Vorstand und Beirat der DGfI haben beschlossen, die DGfI-Mitglieder zukünftig in elektronischer Form über die Aktivitäten der Gesellschaft und neue Entwicklungen in der Immunologie zu informieren.
An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz besonders bei Diana Dudziak und Agnes Giniewski für ihre engagierte und erfolgreiche Tätigkeit 2021 als Koordinatorinnen der Öffentlichkeitsarbeit bedanken, die der immer größer werdenden Wahrnehmung der DGfI in der Öffentlichkeit mit großem Geschick und Kreativität, gerade in Bezug auf die Neugestaltung der Webseite und des Info-Materials, begegnet sind. Die Immunologie ist natürlich im Zuge der großartigen Impfstoffentwicklung deutlich mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt – maßgeblich geprägt von Carsten Watzls „Watzl Weekly“ und zahlreichen Interviews nicht nur der Vorstands- und Beiratsmitglieder in Hörfunk, Fernsehen und auf den verschiedenen Online- und Social-Media-Kanälen. Auch mit der Gesellschaft für Virologie, GfV, und deren Präsidenten Hartmut Hengel (Past-Präsident, Freiburg) und Ralf Bartenschlager (Präsident, Heidelberg) wurden gemeinsame Stellungnahmen abgestimmt, um der Öffentlichkeit ein möglichst geschlossenes Bild der Corona-Lage zu präsentieren. Dabei ist es der DGfI mit stetig steigender Frequenz gelungen, wichtige wissenschaftliche Informationen über das Immunsystem im Allgemeinen und das Thema COVID-Impfungen im Besonderen zu kommunizieren. In der Impfkampagne haben wir uns auf verschiedensten Ebenen eingebracht und wertvolle Beiträge zur Erklärung und Kommunikation geleistet. Dennoch ist nun zum Jahresende zu konstatieren, dass es trotz aller gemeinsamen Anstrengungen noch nicht gelungen ist, die Impfquote auf ein Niveau zu bringen, das eine Ausbreitung der neuen Delta- und Omikron-Varianten ohne zusätzliche Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und AHA+L+T-Regeln eindämmen könnte. Daher dürfen wir alle nicht müde werden, immer wieder die Nutzen-Risiko-Abwägung zugunsten der Impfung bei Erwachsenen und Kindern ab fünf Jahren zu kommunizieren, Fragen zu beantworten, Ängste zu nehmen und Motivation zum Schutze des/der Einzelnen und damit der Gesellschaft zu vermitteln. 
Auch die Arbeitskreise, allen voran die neuen Arbeitskreise „Vakzine“ und „Allergologie und Immunologie“, haben zur dieser erhöhten öffentlichen Sichtbarkeit der DGfI beigetragen und zusammen mit dem Sprecher der Arbeitskreise Ger van Zandbergen (PEI, Langen) wichtige Brücken zum Paul-Ehrlich-Institut und dem Robert-Koch-Institut gebaut. Die DGfI-Kommission Gleichstellung und Karriereförderung ist mit der Sprecherin Charlotte Esser (Düsseldorf) an der EFIS Gender and Diversity Task Force beteiligt und hat sich u. a. mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die europäischen – insbesondere weiblichen – Immunolog:innen befasst (Esser et al., EJI, 2021). 
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit ist das Thema Tierversuche, für das wir uns zusammen mit der „Allianz der Wissenschaftsorganisationen“ engagieren, wobei ich besonders Manfred Lutz (Würzburg) und Matthias Gunzer (Essen) für ihr großes Engagement danken möchte. Der Kontakt zu der Kommission „Artgerechte Tierversuche“ der Allianz für Wissenschaft wurde weiter ausgebaut und die Aktivitäten für die Aufklärung in der Bevölkerung in Sachen Tierversuche wurden unterstützt. Weitere  Kontakte zu politisch relevanten Organisationen wie dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) wurden geknüpft, das u. a. im EU-Parlament aktiv ist und die DGfI als wissenschaftliches Beratungsgremium eingebunden hat. Dieses Thema Tierversuche wird weiterhin große Bedeutung für die DGfI haben, wie man an der jüngsten Diskussion in der EU um Antikörper deutlich sehen konnte.
Dieses Jahr 2021, das zweite Pandemiejahr, war natürlich maßgeblich von der großartigen Entwicklung der inzwischen weltweit eingesetzten Impfstoffe geprägt. Für ihre bahnbrechenden Arbeiten im Bereich der Entwicklung von Impfstoffen gegen Krebs und SARS-CoV-2, die auf der mRNA-Technologie basieren, zeichnet die DGfI Dr. med. Özlem Türeci, Prof. Dr. med. Uğur Şahin und Prof. Dr. Katalin Karikó mit dem Deutschen Immunologie-Preis aus.  Dieser wird am 7. September 2022 während der Jahrestagung der DGfI verliehen, die gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) in Hannover ausgerichtet wird. 
Die jahrzehntelange wissenschaftliche Spitzenforschung der drei Preis­träger:innen im Bereich der mRNA-Biologie und Tumorimmunologie für die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen Krebs-Antigene, beispielsweise beim Melanom, bildete die Grundlage für die Entwicklung von mRNA-basierten COVID-19-Impfstoffen. Diese Arbeiten wurden bereits im Jahr 2005 von der DGfI mit dem Georges-Köhler-Preis für Özlem Türeci und Uğur Şahin ausgezeichnet. Die rasante Entwicklung des mRNA-basierten Impfstoffes gegen COVID-19 wäre ohne diese exzellenten Vorarbeiten aus der Tumorimmunologie nicht möglich gewesen. Die drei Preisträger:innen haben seit vielen Jahren eng zusammengearbeitet und konnten ihre bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Tumorvakzinierung umgehend für die Initiative „Light Speed“ zur Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffes einsetzen.
Apropos Preise – ein besonderes Highlight 2021 war die Verleihung der DGfI-Nachwuchspreise für die Jahre 2020 und 2021, die als Online-Event mit Kurzvorträgen von den „Young Immunologists“, Tal Pecht (Bonn) und Sabrina Bennstein (Düsseldorf), zusammen mit der Geschäftsstelle, Ulrike Meltzer und Theresa Hoppe, umwerfend charmant und spannend organisiert wurde. Die Preisträger:innen waren: Lukas Amann (Freiburg), Veit Buchholz (München), Guoliang Cui (Heidelberg), Stephan Culemann (Gera), Julia Kolter (Freiburg), Johannes U. Mayer (New Zealand), Su­sana Minguet (Freiburg), Susanna Ng (Bonn), Anne-Katrin Pröbstel (Basel), Till Schoofs (Brüssel), Tim Wartewig (München), Beatrice Wasser (Mainz).

Für diese ungewöhnliche und spannende Preisverleihung möchte ich mich herzlich bei Sabrina Bennstein und Tal Pecht bedanken. Die YI sind ein wichtiger Baustein für die Nachwuchsförderung und erhöhen die Attraktivität der DGfI für die nächste Generation immunologisch begeisterter Wissenschaft­ler:innen und Mediziner:innen. Ein weiterer Baustein sind unsere DGfI-Preise sowohl für Nachwuchs- als auch für etablierte Immunolog:innen. Details finden Sie auf dgfi.org/preise/, Bewerbungsfrist ist der 31.01.2022.


Auch 2021 hat die Corona-Pandemie unsere Akademie für Immunologie in Mitleidenschaft gezogen, z. B. durch die Absage der Spring School, die aber nun für März 2022 geplant ist. Dafür konnten zum Glück durch vorausschauende und pandemiekonforme Planung sowohl die Autumn School 2021 als auch die Translational Immunology School 2021 in Präsenz stattfinden. Diese Aktivitäten sind besonders wichtig für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der Karriere und Gleichstellung sowie die Pflege internationaler Kontakte. Daher gilt mein Dank ganz besonders allen Organisator:innen der Schulen – Sandra Beer-Hammer für die Autumn School, Birgit Sawitzki und Bodo Grimbacher für die Translational Immunology School, Andreas Radbruch und Michael Lohoff für die Spring School. 
Die ECI-Tagung vom 01.–04. September 2021 war trotz der Umstellung auf das virtuelle Format ein großer Erfolg und die europäische Immunologen-Gemeinschaft der EFIS hat mit seinem nun Past-Präsidenten Andreas Radbruch (Berlin) und der Präsidentin Federica Sallusto (Bellinzona, Schweiz) gezeigt, wie vielfältig und faszinierend die immunologische Forschung ist. 
Da wir 2020 aufgrund der Pandemie leider die mit der ÖGAI geplante gemeinsame Tagung absagen mussten, haben wir nun für das Jahr 2022 einen neuen Aufschlag gemacht und mit der Planung der gemeinsamen Jahrestagung vom 07.–10. September 2022 begonnen. Das Team aus ÖGAI & DGfI Organisa­tor:innen schließt die ÖGAI-Präsidentin Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim mit den Kollegen Hannes Stockinger, Winfried Pickl und Alexander Rosenkranz ein. Wir freuen uns darauf, Ihnen ein attraktives Programm mit internationaler Besetzung präsentieren zu dürfen. Die Plenary Sessions werden die Themen COVID-19 Special, Microbiome & Metabolism und Immune Tolerance zum Schwerpunkt haben. Die Main Sessions werden sich mit den Themen Transplantation, Tumor Immunology, Innate Immunity, Immunological Research in Allergy, Imaging and Priming of Immune Responses, Autoimmune Disorders, Inborn Errors of Immunity, Immunity at Interfaces und Adaptive Immunity befassen. Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung an dieser Präsenztagung mit Hybridanteilen, sofern die pandemische Lage dies erlaubt. Die Abstract Submission wird zum Jahresbeginn starten und ich hoffe, dass wir ganz besonders junge Kolleg:innen für unsere Tagung begeistern können.  
Nun beginnt das neue Jahr 2022, das nach wie vor große Herausforderungen in Bezug auf die Pandemie für uns bereithält. Mit unseren vielfältigen Aktivitäten und öffentlichen Aufgaben werden wir im Vorstand versuchen, die DGfI möglichst erfolgreich zu vertreten und Schaden von unserer Gesellschaft abzuwenden. Ich hoffe sehr, dass uns dies mit Ihrer Unterstützung auch in diesen unruhigen Zeiten gelingen wird. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei allen Beiratsmitgliedern für ihr großes Engagement im vergangenen Jahr bedanken; ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit in diesem neuen Jahr. Auch dem Club der Senatoren möchte ich für seine Unterstützung herzlich danken. 
Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen allen stellvertretend für den DGfI-Vorstand & Beirat sowie für die Geschäftsstelle die besten Wünsche für das neue Jahr 2022 übermitteln, vor allem Gesundheit, Erfolg, Lebensfreude, Zufriedenheit, Glück und Resilienz in diesen besonderen Corona-Pandemiezeiten. Vielleicht können uns auch Solidarität, Mitmenschlichkeit und ein bisschen Humor und Zuversicht dabei helfen, einigermaßen gut durch die nächsten entscheidenden Monate der Pandemie zu kommen und diese im Sinne einer endemischen Transformation zu überwinden. Lassen Sie uns hoffen, dass wir uns spätestens im September 2022 bei der DGfI/ÖGAI-Jahrestagung in Hannover wieder persönlich begegnen können! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien ein wundervolles neues Jahr 2022!
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