Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Riskoabschätzung

Labortests für die kardiologische Diagnostik

Neben EKG und Bildgebung haben sich mittlerweile Troponine und natriureti­sche Peptide fest in den kardiologischen Leitlinien etabliert, und immer neue Bio­marker drängen in den Markt, deren Stellenwert derzeit in großen Studien evaluiert wird.

Die unten beschriebenen MicroRNAs sind typische Vertreter dieser neuen Generation von Hoffnungsträgern – kurzkettige, nicht-kodierende RNAs, die eine bedeutsame Rolle in der zellspezifischen Genregulation spielen, beispielsweise bei der ‚ Thrombozytenaktivierung im Rahmen kardiovaskulärer Ereignisse und bei der‚ Therapieüberwachung von Plättchenaggregationshemmern. Für die Akutdiagnostik sind die  Nachweisverfahren (Reverse-Transkriptase-PCR aus plättchenarmem Plasma) noch zu aufwendig, doch für die klinische Forschung eröffnet sich hier ein weites Feld spannender Anwendungsgebiete.

 

HerstellerIndikationenBiomarker
AbbottHerzinfarkt,HerzinsuffizienzBNP/NT-proBNP, CK-MB, Galectin-3, hsTnI, Homocystein, Myoglobin
Biomed LabordiagnostikRisikoeinschätzung, PräventionCK-MB, Digitoxin, HbA1c, Homocystein, hsCRP, LDL-/HDL-Cholesterin, Lp(a), Myoglobin, NT-proBNP
TAmiRNATherapiekontrollethrombozytäre MicroRNAs

 

In der Herzinfarktdiagnostik haben die Troponine I und T die Bestimmung der CK-MB-Aktivität und -Masse weitgehend ersetzt, doch es gibt immer noch Indikationen für diesen klassischen Biomarker, beispielsweise bei Hämolyse oder dem seltenen Vorliegen von Troponin-Autoantikörpern (Störung der Troponinbestimmung).

Weiterhin haben die Troponine das Problem, dass ihre strukturgebundene Subfraktion zeitverzögert aus dem geschädigten Herzmuskel freigesetzt wird. Dies bedingt einen sehr langsamen Abfall der Blutwerte nach einem Primärereignis, sodass ein früher Reinfarkt oder auch ein Infarkt während einer Herzoperation nicht erkannt wird. Hier ist es gut, mit der CKMB eine Alternative verfügbar zu haben. Hochsensitive Troponinbestimmungen (hsTnI, hsTnT) sind heute Standard für die Früherkennung des Herzinfarkts. Ein 3h-Algorithmus für Infarkte ohne ST-Hebung im EKG ist gut etabliert, während sich der 1h-Algorithmus – wohl aus Gründen der medizinischen Vorsicht – nur zögerlich durchsetzt.

Die Diagnostik und Schweregradbestimmung der angeborenen und erworbenen Herzinsuffizienz erfolgt heute überwiegend mithilfe der natriuretiscen Peptide BNP und NT-proBNP. Zu beachten ist, dass die Werte nach der Geburt stark ansteigen, um dann im ersten Lebensjahr rasch, danach bis zum etwa 10. Lebensjahr langsam abzufallen. Bei Neugeborenen und Kindern sind also altersspezifische Referenzintervalle sorgfältig zu beachten. Neue Biomarker der Herzinsuffizienz wie etwa Galectin-3 oder ST2 bieten einen durch Studien belegten additiven Nutzen, doch sind die Analysen derzeit noch recht teuer, sodass auch diese neuen Tests nur zögerlich eingesetzt werden.

Als dritte Säule der kardiologischen Labordiagnostik haben sich Risikomarker im Rahmen der Primär- und Sekundärprävention etabliert. In Ergänzung zu den klassischen Risikofaktoren wie etwa Rauchen und Hochdruck zeigen Entzündungsmarker (z.„B. hsCRP, Gal-3), Marker für oxidativen Stress (z.„B. oxLDL, GPx-1) und andere Biomarker (Lp(a), Homocystein u.„v.„m.) additive Effekte. Neuere Studien belegen insbesondere den Wert einer zusätzlichen Messung von hsCRP, cTnI und NT-proBNP. Für einzelne Marker ist die prozentuale Steigerung des Risikos gering, doch neue Risikoscores belegen einen erheblichen Summationseffekt.

 

Dr. Gabriele Egert
Prof. Dr. Georg Hoffmann

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