Bisphosphonate beim metastasierten Mammakarzinom

Knochenmetastasen, pathologische und Kompressionsfrakturen der Wirbelsäule sind selten heilbar. Die Lebensqualität der Patienten wird durch den Knochenschmerz sehr eingeschränkt. Die Kunst der Behandlung der Knochenmetastasen und der assoziierten Symptome bestehe darin, die richtige Methode zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Patienten einzusetzen, erklärte Prof. Ingo Diel, Mannheim.

Oberstes Behandlungsprinzip ist die Kenntnis sowie der Einsatz aller therapeutischen Möglichkeiten. Bei geringen Schmerzen können NSAR, bei starken Schmerzen Opioide sowie Opiate eingesetzt werden. Radionuklide und Radiotherapie sind Optionen bei asymptomatischen Läsionen. Bei lokaler Begrenzung der Metastasen und Frakturgefahr können Operationen sinnvoll sein, für eine systemische anti-osteolytische Therapie werden Bisphosphonate und Denosumab eingesetzt.
Neben der nachgewiesenen Wirksamkeit in der Prophylaxe von Knochenmetastasen wurde in verschiedenen Studien und aktuell in einer Metaanalyse der Wert der adjuvanten Gabe von Bisphosphonaten bei postmenopausalen Patientinnen mit Brustkrebs gezeigt [1]. Das Risiko für das Auftreten ossärer Metastasen wurde hochsignifikant um 34% reduziert und das Risiko der durch Brustkrebs bedingten Mortalität um 17%. Diese positiven Effekte wurden für Clodronat (z. B. Ostac®) und Aminobisphosphonate in gleicher Weise nachgewiesen.
Die Erfahrung mit Bisphosphonaten in der Onkologie belaufe sich inzwischen auf über 25 Jahre, so Diel. Es habe sich gezeigt, dass trotz des gleichen Effekts der unterschiedlichen Substanzen Unterschiede insbesondere bezüglich des Nebenwirkungsprofils und der Wirkweise auf molekularer Ebene bestehen.
Kieferosteonekrosen wurden unter Nicht-Aminobisphosphonaten wie Clo­dronat im Gegensatz zu Aminobisphosphonaten nicht beobachtet [2], ebensowenig eine Nierentoxizität oder Akute-Phase-Reaktionen. In geringem Maße treten gastrointestinale Toxizitäten auf, von denen Durchfälle, Blähungen und unspezifische Bauchschmerzen klinisch relevant seien, so Diel.

Ine Schmale


Literatur
1. Coleman R et al. Adjuvant bisphosphonate treatment in early breast cancer: Meta-analyses of individual patient data from randomised trials. Lancet 2015; 386: 1353-61.
2. Diel IJ et al. Pathophysiology, risk factors and management of bisphosphonate-associated osteonecrosis of the jaw: Is there a diverse relationship of amino- and non-aminobisphosphonates? Crit Rev Oncol Hematol 2007; 64: 198-207.

 

Satellitensymposium „Compliance war gestern: Therapieadhärenz in der Onkologie – eine komplexe Herausforderung“ im Rahmen des 32. Deutschen Krebskongresses am 26.2.2016 in Berlin, unterstützt von Riemser Pharma GmbH, Greifswald.