Die Erstlinientherapie des EGFRm mNSCLC basiert schon seit Jahren auf einem klar etablierten Behandlungskonzept: Osimertinib als Monotherapie stellt den evidenzbasierten Therapiestandard dar und zeichnet sich durch eine hohe Wirksamkeit, gute ZNS-Penetration sowie ein insgesamt gut handhabbares Nebenwirkungsprofil aus [3–6].
Mit der finalen OS-Auswertung der Phase-III-Studie FLAURA2, vorgestellt auf dem ESMO-Kongress 2025 und kürzlich im New England Journal of Medicine publiziert, wurde ein signifikanter und klinisch relevanter Überlebensvorteil für die Kombination aus Osimertinib und platinbasierter Chemotherapie gegenüber der Osimertinib-Monotherapie nachgewiesen [1, 2]. Die Kombinationstherapie erwies sich zudem als konsistent wirksam unabhängig vom Vorliegen prognostischer Faktoren zur Baseline, einschließlich Patientinnen und Patienten mit ZNS-Metastasen [2].
Diese Ergebnisse markieren einen potenziellen Wendepunkt in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen EGFRm NSCLC (Ex19del/L858R). Die bislang vorwiegend akademische Diskussion über eine mögliche Erweiterung des therapeutischen Standards erhält damit unmittelbare klinische Relevanz.
Hintergründe zur FLAURA2-Studie
Die randomisierte, offene, multizentrische Phase-III-Studie FLAURA2 untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Kombination aus Osimertinib, Pemetrexed und platinhaltiger Chemotherapiea) im Vergleich zur Osimertinib-Monotherapie bei zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem EGFRm NSCLC (Ex19del/L858R) [5]. Primärer Endpunkt war das von den Prüfärzten beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS), zentraler sekundärer Endpunkt das Gesamtüberleben.
Zentrale Ergebnisse der finalen OS-Analyse
In der finalen OS-Auswertung der FLAURA2-Studie ergab sich ein medianes OSb) von 47,5 Monaten unter der Kombination aus Osimertinib und platinbasierter Chemotherapie im Vergleich zu 37,6 Monaten unter Osimertinib allein (Hazard Ratio [HR] 0,77; 95 %-Konfidenzintervall (KI) 0,61–0,96; p = 0,02) (Abb. 1).