Die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), vormals bekannt als nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), stellt eine globale Herausforderung dar. Mit einer Prävalenz von etwa 30 % der Weltbevölkerung und einer hohen Dunkelziffer ist MASLD die häufigste chronische Lebererkrankung weltweit. Die frühzeitige Erkennung fortgeschrittener Fibrose ist entscheidend, da sie maßgeblich mit der Krankheitsprogression und Mortalität korreliert. Der Enhanced Liver Fibrosis (ELF)-Test bietet eine nichtinvasive, serumbasierte Alternative zur bildgebenden Elastografie und wurde in den aktuellen europäischen Leitlinien (EASL, EASD, EASO) explizit empfohlen.
Hintergrund zu MASLD
MASLD bleibt oft unerkannt, da Symptome fehlen oder unspezifisch sind. Die zentrale pathophysiologische Rolle der Leberfibrose bei der Progression zu Zirrhose und leberbezogenen Komplikationen ist gut dokumentiert. Daher fordern Expert:innen ein Screening in Risikopopulationen außerhalb hepatologischer Zentren. Bildgebende Verfahren wie die vibrationskontrollierte transiente Elastografie (VCTE) sind nicht flächendeckend verfügbar, was den Bedarf an serumbasierten Alternativen wie dem ELF-Test erhöht.
Leitlinienempfehlungen der EASL, EASD und EASO
Im September 2024 veröffentlichten die EASL, EASD und EASO gemeinsame Leitlinien zum MASLD-Management. Darin wird der ELFTest als Alternative zur VCTE empfohlen, insbesondere nach initialer Risikostratifizierung mittels FIB-4. Die empfohlene Entscheidungsstrategie sieht vor:
Diagnostischer Pfad zur Fibroseerkennung bei MASLD
• FIB-4 < 1,3 → niedriges Risiko
• FIB-4 1,3–2,67 → intermediäres Risiko → ELF-Test oder VCTE
• FIB-4 > 2,67 → hohes Risikodirekte hepatologische Abklärung
Diese strukturierte Herangehensweise ermöglicht eine gezielte Diagnostik und reduziert unnötige Überweisungen.