Calprotectin, ein heterodimerer Komplex der S100-Proteine S100A8 und S100A9, ist als fäkaler, nichtinvasiver Marker zur Diagnostik und Verlaufskontrolle chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) etabliert. Der Komplex liegt in hoher Konzentration im Zytosol neutrophiler Granulozyten vor und wird im Rahmen immunologischer Aktivierung freigesetzt. Damit steht Calprotectin in engem Zusammenhang mit neutrophiler Aktivierung und Entzündungsprozessen.
Funktionell hemmt Calprotectin das Wachstum von Bakterien durch die Bindung von essenziellen Metallionen – vor allem von Calcium – und trägt so zur Aufrechterhaltung entzündlicher Prozesse sowie zur Migration von Leukozyten bei. In Studienkontexten wird Calprotectin als potenziell früher Entzündungsmarker im Vergleich zu etablierten Parametern diskutiert. Je nach Fragestellung wird Calprotectin in unterschiedlichen Matrices untersucht, darunter Blut und Stuhl sowie weitere Körperflüssigkeiten (Abb. 1) [1–3].