Innovative Zelltherapie macht Nierentransplantation verträglicher

Aus der Klinik

Rund 600 Menschen erhalten pro Jahr in Deutschland eine Lebendnierenspende. Sie könnten dank einer innovativen Zelltherapie zukünftig auf ein geringeres Risiko von Abstoßungsreaktionen und damit die Dosisreduktion von Immunsuppressiva hoffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg. Das Verfahren wird am Universitätsklinikum Regensburg bereits klinisch erprobt und basiert auf dem Einsatz regulatorischer Makrophagen (Mregs). Mregs aus dem Blut des Organspenders modifizieren dabei die T-Zellen des Empfängers in induzierte regulatorische T-Zellen (iTregs). iTregs unterdrücken die Aktivierung des Immunsystems und regulieren dadurch dessen Selbsttoleranz, wodurch die Abstoßungsreaktion abgeschwächt werden sollte.

Riquelme et al. Nat. Commun. 2018. DOI: 10.1038/s41467-018-05167-8

Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Regensburg 07/2018

Weltgrößte genetische Studie zu allergischem Schnupfen

Ein internationales Wissenschafts­team unter der Führung des Helmholtz Zentrums München und der Universität Kopenhagen hat in „Nature Genetics“ die bislang größte Studie zu aller­gischem Schnupfen vorgestellt. Die Daten von fast 900.000 Teilnehmenden förderten Stellen im menschlichen Erbgut zutage, deren Veränderungen das Erkrankungsrisiko signifikant erhöhen.

Waage et al. Nat. Gene. DOI: 10.1038/s41588-018-0157-1


Quelle: Pressemitteilung Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt 07/2018


„Feuer im Kopf“: Schwere Psychose durch seltene Ursache ausgelöst

Einer jungen Frau entgleitet plötzlich ihr Leben: Aggressionen, Gedächtnislücken, Wahnzustände. Zunächst lautet die Diagnose: Schizophrenie. Am Universitätsklinikum Freiburg finden die Ärzte den wahren Grund und heilen die Patientin. Ein fehlgesteuertes Immunsystem ist für die Wesensveränderung verantwortlich. Auf Netflix beschreibt der Film „Feuer im Kopf“ jetzt eine ähnliche Geschichte.
Spezialsprechstunde Immunologische Enzephalopathien am Universitätsklinikum Freiburg:

https://www.uniklinik-freiburg.de/psych/ambulanzen/immunologische-enzephalopathien.html


Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Freiburg 06/2018


Studienplattform für Allergie­patienten geht online

Der Allergieinformationsdienst am Helmholtz Zentrum München baut die bundesweit erste Plattform für klinische Studien zu Allergien auf. Ziel ist, für Patienten ein unabhängiges, transparentes Forum zu schaffen, auf dem sie sich über Möglichkeiten informieren können, an Studien zu ihrem allergischen Krankheitsbild teilzunehmen. Im Fokus stehen zu Beginn insbesondere Studien zu häufigen allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Neurodermitis.

Quelle: Pressemitteilung Helmholtz Zentrum München 06/2018

Wie Abwehrzellen scharf geschaltet werden

Aus der Forschung

Hat eine Immunzelle einen Fremdkörper entdeckt, präsentiert sie diesen einer anderen Abwehrzelle. Beide Zellen bilden an ihrer Kontaktfläche eine immunologische Synapse, über die sie Informationen austauschen. Sitzen alle Bausteine dieser Synapse an der richtigen Stelle, führt das zur Aktivierung der Abwehrzelle. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und des Braunschweig Integrated Centre of Systems Biology (BRICS) haben in Zusammenarbeit mit Forschern an der University of Oxford (UK) nun die dynamische Anordnung dieser Bausteine am Computer simuliert und konnten so auf die zugrundeliegenden Mechanismen schließen, wie funktionale Synapsen entstehen.

Siokis et al. Cell Rep. 2018. DOI: 10.1016/j.celrep.2018.06.114

Quelle: Pressemitteilung Helmholtz Zentrum München für Infektionsforschung 07/2018

Neue Trainingsplattform für die Analyse von Big Data

Studien zufolge arbeiten mehr als 95 Prozent der Forscherinnen und Forscher in den Lebenswissenschaften schon jetzt mit Big Data oder planen, dies zu tun – aber mehr als 65 Prozent geben an, nur minimale Kenntnisse in Bioinformatik und Statistik zu haben. Bioinformatiker Dr. Björn Grüning von der Universität Freiburg koordiniert das Projekt Galaxy Europe, das Abhilfe schaffen will: mit interaktiven, Community-basierten und online frei verfügbaren Tutorials für die Datenanalyse in den Lebenswissenschaften. Galaxy ist eine Open-Source-Plattform für die Analyse von Big Data in den Lebenswissenschaften, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über einen Internetbrowser benutzen können. Kenntnisse im Programmieren sind dafür nicht erforderlich.

Batut  et al. Cell Syst. 2018. doi: 10.1016/j.cels.2018.05.012.

Quelle: Pressemitteilung Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau 07/2018

Antikörper verringern Nebenwirkungen von Antibiotika in der Lunge

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin um DGfI-Mitglied Prof. Dr. Bastian Opitz haben nachgewiesen, dass Antibiotika das Abwehrsystem der Lunge schwächen können und damit das Risiko einer Lungenentzündung erhöhen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich dieses Risiko durch die medikamentöse Gabe von Antikörpern verringern lässt.

Robak et al. J Clin Invest. 2018. DOI: 10.1172/JCI97065.

Quelle: Pressemitteilung Charité – Universitätsmedizin Berlin 07/2018

Rheumatoide Arthritis: Neue „Zielscheibe“ für nebenwirkungsarme Kortison­therapie

Rheumatoide Arthritis wird oft mit kortisonhaltigen Medikamenten be­handelt. Dabei reichen die Nebenwirkungen von Knochenschwund bis Diabetes. Eine Forschergruppe um Prof. Jan Tuckermann (Universität Ulm) hat nun molekulare Mechanismen der Kortisonbehandlung aufgedeckt. Bei einer Behandlung mit Kortison aktivieren synoviale Fibroblasten vor allem Makrophagen, die Entzündungsherde beseitigen. Die Forscher konnten erstmals im Mausmodell zeigen, dass diese Interaktion entscheidend für den Erfolg der antientzündlichen Kortisontherapie ist. Außerdem gelang es den Forschern, eine „Lehrbuchmeinung“ zu widerlegen: Offenbar spielt die Hemmung „klassischer Zytokine“ doch keine Schlüsselrolle bei der Arthritis-Behandlung. Die Ergebnisse sollen zu einer gezielteren und somit nebenwirkungsarmen Therapie rheumatischer Erkrankungen beitragen.

Koenen et al. Ann. Rheum. Dis. 2018. doi: 10.1136/annrheumdis-2017-212762

Quelle: Pressemitteilung Universität Ulm 07/2018

Hirntumoren: Typische Mutation in Krebszellen legt das Immunsystem lahm

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg und des Deutschen Krebskonsortiums konnten zeigen, dass der Austausch eines einzelnen Aminosäurebausteins im Stoffwechselenzym IDH1 zur Entstehung des Onkometabolits 2-HG führt. T-Zellen nehmen von Tumorzellen freigesetztes 2-HG auf, dadurch werden wichtige Signalwege in den T-Zellen gehemmt und die Abwehrzellen von einem aktiven auf einen inaktiven Zustand umprogrammiert.  So werden durch die Entstehung des Onkometabolits 2-HG die körpereigene Abwehr im Kampf gegen das veränderte Molekül blockiert und gleichzeitig die Immuntherapien von Hirntumoren vereitelt. Diese Erkenntnis eröffnet nicht nur neue Einblicke in die Krebsentstehung und -entwicklung. Sie legt auch nahe, dass ein Umdenken bei der Immuntherapie von Tumoren erforderlich ist.  

Bunse et al. Nat. Med. 2018. DOI: 10.1038/s41591-018-0095-6

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum 07/2018

Gezielte RNA-Editierung als neue Alternative zur Genschere

Forscher der Universität Tübingen entwickeln eine präzise Methode zur umkehrbaren Veränderung genetischer Informationen. Seit rund sieben Jahren arbeitet das Forscherteam von Professor Thorsten Stafforst am Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen an der sogenannten RNA-Editierung. Sie machen sich dabei zunutze, dass die Information, die in der DNA von Zellen gespeichert wird, durch eine Arbeitskopie in Form von RNA weitergeleitet wird, die nach dem Gebrauch abgebaut wird. Wird die RNA verändert, dann bleibt die Originalinformation in der DNA erhalten. Jetzt ist es den Forschern gelungen, RNA-Moleküle in der Zelle mit höchster Effizienz und Präzision zu editieren.

Vogel et al. Nat Methods. 2018. doi: 10.1038/s41592-018-0017-z.

Quelle: Pressemitteilung Eberhard Karls Universität Tübingen 07/2018


CD83-Protein ist essenziell für die Kontrolle von Autoimmun­reaktionen

Regulatorische T-Zellen, kurz „Tregs“ genannt, sorgen dafür, dass das Immunsystem keine körpereigenen Zellen oder Gewebe angreift. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Oberflächenprotein CD83. Immunologen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist es nun gelungen, dieses Protein näher unter die Lupe zu nehmen und seine herausragende Bedeutung bei der Regulation von Autoimmunreaktionen zu beweisen. Die Studie kann wichtige Impulse für die krankheitsorientierte Grundlagenforschung und langfristig für die Entwicklung von neuen Verfahren zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen geben.

Doebbeler et al. JCI Insight. 2018. doi: 10.1172/jci.insight.99712.

Quelle: Pressemitteilung Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 06/2018

Malaria: Kooperierende Antikörper verbessern Immunreaktion

Malaria ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Hospital for Sick Children in Toronto haben untersucht, wie das Immunsys­tem des Menschen Malariainfektionen bekämpft. Dabei entdeckten die Forscher erstmals eine bislang noch nie beobachtete Eigenschaft der Antikörper gegen den Malariaerreger: Sie können miteinander kooperieren, sich dadurch noch fester an den Erreger anheften und so die Immunreaktion verbessern. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, einen wirksameren Impfstoff gegen die Krankheit zu entwickeln.

Imkeller et al. Science. 2018. DOI 10.1126/science.aar5304.

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum Nr. 36/2018

Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege

Unter Federführung der Universitätsmedizin Mainz haben Wissenschaftler herausgefunden, dass natürliche oder synthetisch hergestellte ultrafeine Partikel sich spontan an die Oberfläche von Pilzsporen binden. Durch diese Nanopartikelhülle erkennen die Abwehrzellen des Immunsystems die Pilzsporen schlechter, wodurch sie in geringerer Anzahl abgetötet werden. Letztendlich kann dies das Risiko erhöhen, eine Infektionskrankheit zu erleiden und zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen.

Westmeier et al. PNAS. 2018. doi.org/10.1073/pnas.1804542115

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 07/2018

Neues Verfahren misst Immun­antwort innerhalb von Minuten

Forscherteams um Professor Jan Born vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie und DGfI-Mitglied Professor Hans-Georg Rammensee vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen sowie PD Dr. Tanja Lange von der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie der Universität Lübeck entwickelten ein Verfahren, mit dem sich die Immunantwort durch T-Zellen in kürzester Zeit nachweisen lässt. Es ist schnell, zuverlässig und breit einsetzbar, sowohl in der Grundlagenforschung als auch zukünftig in der Patientenversorgung.

Dimitrov et al. PNAS. 2018. doi.org/10.1073/pnas.1720714115

Quelle: Pressemitteilung Eberhard Karls Universität Tübingen 05/2018


Neuartige synthetische Zytokin­rezeptoren für nebenwirkungsfreie Aktivierung

Aktivierung oder Blockade von Zytokinrezeptoren sind in der klinischen Therapie wichtige Instrumente, die heute durch eine Vielzahl an Medikamenten angewandt werden. Wesentlicher Nachteil der Manipulation von Zytokinrezeptoren sind jedoch unerwünschte Effekte, die durch das Vorkommen des Rezeptors in unterschiedlichen Organen erklärt wird. Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, München, beschreiben die Generierung einer neuen Familie von Zytokinrezeptoren, die künstliche Liganden bindet und die somit nebenwirkungsfrei aktiviert werden können.

Engelowski et al. Nat. Commun. 2018. doi: 10.1038/s41467-018-04454-8.

Quelle: Pressemitteilung Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 05/2018


Drei neue ERC Starting Grants im Bereich Immunität und Infektion an der Charité

Zwei dieser ERC Starting Grants gehen an Mitglieder der DGfI:
Dr. Christoph Klose erhält mithilfe des ERC Starting Grants die Möglichkeit, eine Gruppe am Institut für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie der Charité aufzubauen. Er widmet sich der Regulation des Immunsystems durch das Nervensystem und deren Auswirkungen auf Entzündungsprozesse. Seine Forschung hat sich dem Ziel einer verbesserten Therapie immunspezifischer Krankheiten verschrieben. Dieses Ziel strebt auch Dr. Julia Polansky-Biskup mit ihrem Projekt EpiTune an. Sie forscht an den beiden translationsorientierten Zentren, Berlin-Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) und Berlin Center for Advanced Therapies (BECAT). Ihr Forschungsvorhaben zur Optimierung einer Immunzelltherapie schlägt eine Brücke zwischen zielorientierter Grundlagenforschung und der ersten therapeutischen Anwendung.

Quelle: Pressemitteilung Charité – Universitätsmedizin Berlin 08/2018

Wie kämpfen Immunzellen gegen Viren? – DFG fördert Forschung zu chronischen Infektionen

Wie arbeiten Immunzellen bei der Bekämpfung von Virusinfektionen zusammen? Und was verändert sich, wenn diese chronisch sind? Das untersuchen Wissenschaftler um die DGfI-Mitglieder Prof. Dr. Ulf Dittmer und Prof. Dr. Matthias Gunzer an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen in den kommenden drei Jahren. Ihr Interesse gilt der chronischen Infektion mit dem Friend-Retrovirus, der Virusfamilie zu der auch HIV gehört. Die Wissenschaftler fokussieren sich bei ihrer Arbeit am Universitätsklinikum Essen besonders auf den CD74-MIF-Signalweg. Mithilfe der 2-Photonen-Mikroskopie wird am lebenden Objekt untersucht, wie Tregs, Killer-T-Zellen und Virus-infizierte miteinander reagieren um zu verstehen, wie Immunzellen zusammenarbeiten, um Virusinfektionen zu kontrollieren, und warum sie bei chronischen Infektionen die Viren nicht vollständig eliminieren. Ihr Vorhaben wird von der DFG mit mehr als 500.000 Euro gefördert.

Quelle: Pressemitteilung Universität Duisburg-Essen 07/2018

Millionen für MHH-Spitzenforscher von der EU

Für das Vorhaben „Hannover experimental lung research project (XHaLe)“ erhält Prof. Dr. Danny Jonigk (Institut für Pathologie) von der Europäischen Union die sehr begehrte Wissenschaftsförderung „Consolidator Grant“ des European Research Council und somit eine Zuwendung von rund zwei Millionen Euro. Darüber hinaus bekommen vier weitere MHH-Teams insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro für ihre Forschungen in neuen europäischen Verbünden.

XHaLe hat das Ziel, bisher unheilbare Lungenerkrankungen zu heilen. Dafür werden in den kommenden fünf Jahren 700 kranke Lungen untersucht, die im Rahmen von Transplantationen Patienten entnommen werden. Das Team um Prof. Jonigk untersucht den Mechanismus der sogenannten Fibroisierung, der im Zentrum des Krankheitsgeschehens steht. Dies ist die krankhafte starke Vermehrung des Bindegewebes in der Lunge, aufgrund derer die Lunge nicht mehr richtig funktioniert. Bei diesem Prozess spielen Makrophagen eine Schlüsselrolle. Diese Zellen sollen mithilfe der sogenannten Genschere so verändert werden, dass sie den Krankheitsverlauf aufhalten beziehungsweise rückgängig machen können. Langfristig sollen diese Makrophagen den betroffenen Patienten per Infusion oder Inhalation in therapeutischer Absicht verabreicht werden können. Professor Jonigk konzentriert sich mit seinem Team aber auch auf die Gesamtheit aller Entzündungszellen, die in den explantierten Lungen vorkommen.

Quelle: Pressemitteilung Medizinische Hochschule Hannover


Sieben Millionen Euro für Erforschung chronischer Darm­entzündungen

Im Juli 2018 startete an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürn­berg (FAU) der neue Sonderforschungsbereich/Transregio 241 „Immun-Epitheliale Signalwege bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“. Gemeinsam mit der Berliner Charité forschen Erlanger Mediziner und Biotechnologen daran, das Zusammenspiel von Schleimhaut- und Immunzellen im Darm besser zu verstehen und wirksamere Therapiemethoden bei chronischen Entzündungen zu entwickeln. Für die erste Förderperiode bis 2022 stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft insgesamt 11,5 Millionen Euro bereit, knapp sieben Millionen Euro davon entfallen auf die FAU.

Quelle: Pressemitteilung Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 06/2018

Wissenschaftspreis für DGfI-Mitglied PD Dr. Sebastian Theurich

Privatdozent Dr. med. Sebastian Theurich, Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und Hämato-Onkologe an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln, wurde am 29.06.2018 in Göttingen mit dem angesehenen Wissenschaftspreis für “Medizinische Grundlagenforschung“ der Glaxo-Smith-Kline-Stiftung ausgezeichnet.

Dr. Theurich forschte von 2013 bis 2016 am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Jens Brüning an sogenannten Natürlichen Killerzellen, die normalerweise als Teil des Immunsystems Viren und Krebszellen bekämpfen. Bei übergewichtigen Menschen allerdings erhöhen eben diese Zellen das Risiko für Diabetes und chronischen Immunstress. Die Erkenntnisse seiner Forschung bieten mögliche Angriffspunkte für neue Therapieoptionen bei Diabetes und könnten darüber hinaus auch bei anderen Adipositas-assoziierten Erkrankungen relevant sein.

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung 07/2018

Krebspreis 2018 für wegweisende Arbeiten in der Krebsmedizin verliehen

Professor Dr. Thomas Brabletz (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) erhielt auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin den Deutschen Krebspreis in der Sparte „Experimentelle Forschung“. Der Preis wird von der Deutschen Krebsstiftung verliehen und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Krebsforscher in Deutschland. Im Zentrum der Forschungsarbeiten von Thomas Brabletz steht die Frage nach der Entstehung von Metastasen. Als einer der ersten Wissenschaftler schlug Brabletz ein Metastasierungsmodell vor, bei dem migrierenden Krebsstammzellen eine wesentliche Bedeutung zukommt. Für die Etablierung und Ausbreitung dieser Zellen werden längst stillgelegte Signalwege aktiviert, die der Körper während seiner Entwicklung als Embryo genutzt hat, etwa der EMT-Signalweg. Die Arbeiten des Preisträgers zur Plastizität von Krebszellen durch die wechselseitige Regulation von ZEB1 und sogenannten miRNAs markieren einen Durchbruch im Verständnis der Mechanismen bei der Invasion, Ausbreitung, Absiedelung und Therapieresistenz von Metastasen.

Immunologische Nachrichten: Arbeitskreise in der DGfI

AKB – Arbeitskreis Biologie der B-Lymphozyten

Sprecher: Jürgen Wienands (Göttingen) und Marta Rizzi (Freiburg)

Der Arbeitskreis zur „Biologie der B-Lymphozyten“ wurde ursprünglich im Frühjahr 2003 als Forschungsschwerpunkt mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geplant. Wenngleich eine finanzielle Förderung zunächst ausblieb, war das Echo auf die Initiative groß und rasch wuchs die Zahl der Mitglieder im neu gegründeten Arbeitskreis. Mittlerweile besteht der Arbeitskreis aus über 140 Mitgliedern, die zu einem jährlichen B-Zell-Forum zusammenkommen, das inzwischen über die deutsche Landesgrenze hinweg bekannt ist. Regelmäßig können Gäste aus Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Schweden, der Schweiz, der Tschechischen Republik und sogar aus den USA und Afrika begrüßt werden. Zentrale Ziele des Arbeitskreises sind die Etablierung und Koordination kooperativer Netzwerke zur Erforschung der B-Zell-Immunologie und ihrer klinischen Bedeutung für die Diagnose und Therapie B-Zell-assoziierter Krankheiten. Die ursprüngliche Idee einer nationalen Förderung der B-Zell-Immunologie wurde mit der Einrichtung des Sonderforschungsbereichs TRR130 mit den Standorten Erlangen, Berlin, Freiburg und Göttingen ebenfalls erreicht. Sprecher ist Lars Nitschke, Erlangen.


Arbeitskreis NeuroEndokrinoImmunologie

Der AK NeuroEndokrinoImmunologie wurde 1997 im Rahmen eines Symposiums in Regensburg  gegründet. Unser Ziel ist es, ein Forum zu schaffen, in dem Wissenschaftler/-innen, die im Grenzgebiet zwischen Immunologie und Neurowissenschaften arbeiten, interagieren können. Forschungsschwerpunkte sind immunologische Erkrankungen des Nervensystems, Einflüsse des Immunsystems auf zentralnervöse und neuroendokrine Vorgänge, immunmodulatorische Effekte neuroendokriner Botenstoffe und die Interaktion von Psyche und Immunsystem. Wir haben 114 Mitglieder und treffen uns im Rahmen der DGfI-Jahrestagungen und auf Kongressen des German Endocrine Brain Immune Network (GEBIN).


AKS – Arbeitskreis Signaltransduktion

Der AKS mit heute 71 Mitgliedern versteht sich als Forum für alle, die an Signalkaskaden von der Rezeptoren- Stimulation bis zur Genregulation im Immunsystem interessiert sind. Die konstituierende Sitzung fand 1995 auf der Jahrestagung in Wien statt. Initiator und 1. Sprecher war Ottmar Janßen. Seit 1996 nimmt der AKS aktiv an der Ausgestaltung der Jahrestagungen und Schulen teil. Mit Gleichgesinnten anderer deutscher Fachverbände wurde 1998 die Gesellschaft für Signaltransduktion (http://www.sigtrans.de) gegründet, die jährlich ein interdisziplinäres Meeting mit dem Motto „Signal Transduction – Receptors, Mediators and Genes“ veranstaltet.


AKVI – Arbeitskreis Veterinärimmunologie

Der Veterinärimmunologische Arbeitskreis wurde 1993 als einer der ersten Arbeitskreise der DGfI anlässlich eines von Prof. Wolfgang Leibold in Hannover organisierten Symposium gegründet. Ziel des VIA ist es ein Diskussions- und Informationsforum für alle Wissenschaftler zu bieten, die sich mit immunologischen Fragestellungen bei Nutz- und Haustieren beschäftigen. Der AK veranstaltet dazu jährliches Treffen, welche durch themen- und tierartspezifische Veranstaltungen ergänzt werden und beteiligt sich aktiv an den Europäischen Veterinärimmunologie Tagungen. Derzeit sind im VIA etwa 100 Mitglieder aktiv.