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Der Trillium-Verlag steht für hochwertigen Fachjournalismus in der Medizin

Mit seinen beiden Zeitschriften Trillium Diagnostik (TD) und Trillium Krebsmedizin (TK) setzt sich der Trillium-Verlag für eine fundierte Berichterstattung über aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie ein. Dabei berücksichtigen wir vor allem Themen von interdisziplinärer Bedeutung und versuchen, auch komplexe Zusammenhänge verständlich zu darzustellen.

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Aktuelle Printausgaben


Aktuelle Ausgaben Online verfügbar

Trillium Diagnostik Heft 4/2016

Disruptive Entwicklungen

Es ist in diesen Tagen viel von Disruption die Rede, von Innovationen also, die scheinbar aus dem Nichts kommen und das bisher Dagewesene verdrängen. Das Spektrum reicht von der Glühbirne, die die Welt erleuchtete, bis zum Internet, dessen disruptive Macht die Bundeskanzlerin kürzlich für den Siegeszug des politischen Populismus (jenseits aller politischen „Erleuchtung“) verantwortlich machte.

Auch die Medizin ist voller Techniken, die das Potenzial zur Disruption haben. In unserer Rubrik Innovation und Markt analysieren wir POCT-Systeme als Alternative zum Zentrallabor sowie Omics und Big Data als Gegenentwurf zur herkömmlichen Stufendiagnostik (S. 254 ff.) – und kommen zu dem Schluss, dass die Zeit für den großen Umsturz in beiden Fällen doch noch nicht gekommen ist. 
Die Mühlen der Medizin malen eben meist langsamer, als von den Technologen prophezeit, weil die Patientensicherheit allzu forsches Vorpreschen verbietet. Aber trotzdem wird sich die Welt der In-vitro-Diagnostik in den nächsten Jahren allein schon aus faktischen Zwängen heraus verändern müssen, wenn auch Schritt für Schritt ohne Getöse.
So verlangt das kürzlich verabschiedete E-Health-Gesetz nun ganz rasch nach standardisiert gespeicherten Laborwerten – und damit auch nach einer Entscheidung im Jahrzehnte alten Streit um konven­tionelle versus SI-Einheiten (S. 256). Die überraschende „Weder-noch-Lösung“ könnte tatsächlich aus der Omics- und Big-Data-Welt kommen, wo man seit Langem mit transformierten Relativwerten und Farben arbeitet, um die gewaltigen Datenmengen visuell in den Griff zu bekommen.
Auch die zunehmende Bedeutung gesetzlich geregelter Screeningverfahren – beispielsweise beim Darmkrebs (S. 242) oder der Mukoviszidose (S. 294) – verlangt nach einem Umdenken. Wenn man nämlich anstelle von offensichtlich Kranken symptomlose Gesunde (mit einem verschwindend geringen Anteil an Verdachtsfällen) untersucht, reicht die Spezifität von Einzeltests nur selten aus, um unter all den falschen Alarmen die richtig Positiven zu erkennen. Der Schlüssel könnte in multivariaten Scores und mehrschichtigen Strategien liegen, die wir am Beispiel der Leberfibrose (S. 238) und des Neugeborenen-Screenings (S. 290) erläutern.
Apropos Neugeborenen-Screening: Noch dominiert hier die konventionelle Stufendiagnostik mit einigen wenigen, sehr spezifischen Biomarkern. Doch als Technik der Zukunft wird das Next Generation Sequencing als potenzieller Rundumschlag bereits intensiv diskutiert. Ist es Zufall, dass beides – Neugeborenen-Screening und Next Generation Sequencing – mit NGS abgekürzt wird? Wächst hier zusammen, was zusammengehört? Soll man womöglich „NGS mit NGS“ vorantreiben, um bei jedem Neugeborenen alle nur denkbaren genetischen Krankheitsdispositionen zu entdecken? Das wäre eine wahrhaft disruptive Entwicklung, aber wohl jenseits aller medizinischen und gesundheitspolitischen „Erleuchtung“.

Prof. Dr. Georg Hoffmann

Herausgeber


Trillium Krebsmedizin Heft 1/2017

ASH 2016: Neues zur Bekämpfung der Graft-versus-Host-Reaktion

Wie am Anfang jedes Jahres enthält dieses Heft von Trillium Krebsmedizin ausführliche Berichte vom amerikanischen Hämatologen-Kongress in San Diego – überwiegend von ausgewiesenen Fachleuten aus dem wissenschaftlichen Beirat verantwortet – und vom größten Brustkrebs-Kongress weltweit, dem San Antonio Breast Cancer Symposium. 

San Diego

Sie finden Zusammenfassendes zu Multiplem Myelom (S. 8 ff.), malignen Lymphomen (S. 14 ff.), ALL (S. 20 ff.) und AML (S. 28 ff.) sowie zu myeloproliferativen Neoplasien (S. 34 ff.). Ein spannendes Kapitel in der Hämatologie stellt in den letzten Jahren die Entwicklung neuer Formen von Zelltherapien dar: Die allogene Stammzelltransplantation ist seit Langem für viele Patienten, die zum Beispiel an fortgeschrittenen akuten Leukämien leiden, die einzige kurative Behandlungsoption. Dabei werden zwei therapeutische Prinzipien genutzt: Leukämische Zellen, die erstens die myeloablative Chemotherapie überlebt haben, sollen im zweiten Schritt durch den immunologischen Angriff der Spenderzellen eradiziert werden. Leider beschränken sich die Spenderzellen nicht darauf, die malignen Zellen zu attackieren – die Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) ist eine häufige und nicht selten letale Komplikation dieses Behandlungsansatzes. Neue Therapien, etwa mit CAR-T-Zellen, über die vor allem im Beitrag über die akute lymphatische Leukämie (S. 20 ff.) berichtet wird, versuchen das zu umgehen, indem eigene zytotoxische T-Zellen des Patienten mit einem gentechnisch eingeführten Antikörper-artigen Rezeptor ausgestattet werden, sodass die malignen Zellen – und nur diese – angegriffen werden. Ein Vorteil gegenüber klassischen Antikörpern besteht darin, dass die CAR-T-Zellen sich im Körper vermehren, dort verbleiben und einen langfristigen Schutz vor eventuell doch verbliebenen Tumorzellen bieten. Die hohe Spezifität gegen ein Tumorantigen verhindert bei diesem Ansatz weitgehend Immunreaktionen gegen gesundes Gewebe.
Die Technologie der CAR-T-Zellen ist extrem aufwendig und wird auf absehbare Zeit sicher nicht die allogene Transplantation ersetzen können. Deshalb wird weiterhin nach Möglichkeiten gesucht, die GvHD abzuschwächen oder zu vermeiden. Zu einem interessanten Ansatz wurde in der Late-Breaking-Abstracts-Sitzung in San Diego eine Phase-II-Studie präsentiert [Miklos D et al. ASH 2016, Abstract #LBA-3]: Weiterlesen

Josef Gulden


Kommende Veranstaltungen

25. - 27. April 2017, Berlin

conhIT

26. - 29. April 2017, Berlin

DDG-Tagung

27. - 29. April 2017, Kloster Benz

Frühjahrstagung des BÄMI

27. - 29. April 2017, Weimar

4. Mitteldeutsche Laborkonferenz

Weitere Veranstaltungen


Dialysestation in Afrin, Syrien

Der Trillium-Verlag unterstützt eine Dialysestation in Afrin/Syrien, ein Projekt des Asylhelferkreis Grafrath.

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AKTUELLE MITTEILUNGEN

BDL zum Infektionsschutz: Das Geld muss den Leistungen folgen!

Die Absicht der Bundesregierung, die epidemiologische Überwachung übertragbarer Krankheiten und damit den Infek­tionsschutz der Bevölkerung zu verbessern, findet beim Berufsverband Deutscher Laborärzte e. V. (BDL) volle Zustimmung. Dies betonte BDL-Vorstandsmitglied PD Dr. Matthias Orth im Februar 2017 bei der Anhörung des entsprechenden Gesetzentwurfs im Deutschen Bundestag.

Leistung muss vergütet werden

Deutlichen Nachbesserungsbedarf sieht Orth jedoch bei den Kosten für die Umsetzung: „Zusätzliche Datenlieferungen der medizinischen Laboratorien an die Gesundheitsbehörden gibt es nicht auf Knopfdruck. Die notwendigen Anpassungen unserer Labor-Software verschlingen schnell fünfstellige Beträge für einen einzelnen Standort. Hier gilt wie in allen anderen Bereichen auch: Das Geld muss den Leistungen folgen!“

Jede Meldung von Infektionen müsse angemessen vergütet werden. Für die Datenübertragung solle mit Blick auf die Kosten das bereits vorhandene sichere Netz der Kassenärzt­lichen Vereinigungen (KV-SafeNet) gewählt werden.

Der BDL hält an seiner Stellungnahme fest, die er bereits im Oktober 2016 zu dem ursprünglichen Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium abgegeben hatte.

Thomas Postina

presse@bdlev.de


Gehälter in der Biotech-Branche steigen

Seit 2014 verzeichneten die Gehälter verschiedener Positionen in der Biotechnologiebranche Zuwächse um durchschnittlich vier Prozent. Das ergibt ein aktueller Vergleich, der im Auftrag des Industrieverbands BIO Deutschland erstellt wurde. Am deutlichsten nahmen demnach die Gehälter in den Geschäftsführungen zu; den geringsten Zuwachs verzeichnete das Fachpersonal aus der technischen Forschung. In keiner Gruppe gab es Einbußen.

Seit 2012 verzeichnet die Biotech-Branche in allen Bereichen von Vertrieb und Forschung Gehaltszuwächse.

„Die Stimmung in der Biotech-Branche ist im Moment positiv. Zum Jahresende 2016 befragte Unternehmerinnen und Unternehmer gaben an, weiterhin mehr in Forschung und Entwicklung investieren und auch Personal aufbauen zu wollen“, kommentiert Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland die Entwicklung. „Wir schließen daraus, dass der Bedarf an gut ausgebildeten und erfahrenen Fachkräften in unserer Branche ungebrochen hoch ist.“

Dr. Claudia Englbrecht 

englbrecht@biodeutschland.org


TOP ARTIKEL

Lymphome: neue Antikörper, CAR-T-Zellen und zielgerichtete Kombinationen - Trillium Krebsmedizin Heft 1/2017

Auf die Vielzahl interessanter Neuigkeiten zu Lymphomen, die beim Kongress der American Society of Hematology (ASH) im Dezember 2016 vorgestellt wurden, können wir hier nur ein paar wenige Schlaglichter werfen, bei denen möglichst alle Lymphom-Subtypen berücksichtigt werden sollen. Neue Antikörper, Erhaltungstherapien und hocheffektive zelluläre Therapien sind nur einige der zukunftsweisenden Entwicklungen, mit denen wir künftig unsere Patienten hoffentlich noch wirksamer werden behandeln können.

Follikuläres Lymphom: Typ-II-CD20-Antikörper überlegen

Die Standard-Erstlinientherapie bei fortgeschrittenen, symptomatischen follikulären Lymphomen ist eine Immunchemotherapie mit dem CD20-Antikörper Rituximab (R-Chemo) und eine anschließende Rituximab-Erhaltungstherapie. Damit lassen sich progressionsfreie Überlebenszeiten von median sechs bis acht und Gesamtüberlebenszeiten von median 15–20 Jahren erzielen, aber heilbar ist die Erkrankung so in aller Regel nicht. Etwa jeder dritte Patient erleidet bereits in den ersten drei Jahren ein Rezidiv, das mit einer schlechten Prognose einhergeht. In dieser Rezidivsituation hat sich der Typ-II-CD20-Antikörper Obinutuzumab in Kombination mit einer Chemotherapie als wirksam und gut verträglich erwiesen. Deshalb wurde in der Phase-III-Studie GALLIUM, an der auch einige unserer deutschen Studiengruppen beteiligt waren, Obinutuzumab in Kombination mit Chemotherapie bei Patienten mit nicht vorbehandelten indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen randomisiert gegen R-Chemo getestet; in beiden Regimes erhielten Patienten, bei denen die Induktionstherapie mindestens zu einer partiellen Remission führte, anschließend über zwei Jahre alle zwei Monate den jeweiligen Antikörper als Erhaltungstherapie. 

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