Daratumumab in der Erstlinientherapie des multiplen Myeloms

Der CD38-Antikörper Daratumumab, der Myelomzellen sowohl direkt als auch über indirekte immunologische Mechanismen angreift, ist in der Erstlinientherapie von Patienten mit multiplem Myelom angekommen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation infrage kommen. Wie bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in Atlanta gezeigt wurde, kann die Zugabe von Daratumumab zur VMP-Chemotherapie das Risiko für Progression oder Tod halbieren.

Seit der Publikation der VISTA-Studie ist die Kombination aus Bortezomib, Melphalan und Prednison (VMP) ein Standard für nicht transplantierbare Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom. Beim rezidivierten Myelom hat der Anti-CD38-Antikörper Daratumumab die Therapieergebnnisse bereits signifikant verbessert – ein Grund, ihn auch in Kombination mit VMP in der Erstlinie zu testen (D-VMP): Wie Maria-Victoria Mateos, Salamanca, berichtete, konnte in der globalen Phase-III-Studie ALCYONE durch diese das Risiko für Progression oder Tod gegenüber VMP alleine halbiert werden (Hazard Ratio 0,50; p < 0,0001); der Medianwert ist im D-VMP-Arm noch nicht erreicht, im VMP-Arm lag er bei 18,1 Monaten. Die Kurven trennen sich sofort nach Therapiebeginn und streben jenseits von zwölf Monaten noch weiter auseinander, wenn im Kontrollarm die VMP-Therapie beendet ist, im Verumarm aber Daratumumab als Monotherapie bis zur Progression weitergegeben wird.

Darüber hinaus verbesserte Daratumumab die Gesamtansprechrate von 73,9% auf 90,9% und den Anteil von Patienten, die mindestens eine Komplettremission erreichten, von 24,4% auf 42,6%. Bei mehr als dreimal so vielen Patienten konnte mit dem Antikörper außerdem eine minimale Resterkrankung (MRD) zum Verschwinden gebracht warden (22,3% vs. 6,2%; jeweils p < 0,0001).

Diese Ergebnisse – eine Halbierung des Risikos für Progression oder Tod, die wahrscheinlich durch das vertiefte Ansprechen verursacht ist – lassen die Kombination von Daratumumab und VMP in der Erstlinie bei Patienten, die sich nicht für eine autologe Stammzelltransplantation eignen, sinnvoll erscheinen, so Mateos.