Nach dieser Zeitspanne kam es unter der Therapie mit dem PD-1 („progammed cell death 1 protein“)-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) zu einer 36 %-igen Verringerung des Risikos für Progression und Tod und einer 29 %-igen Reduktion des Sterberisikos. Nach zehn Jahren konnte das mediane OS im Vergleich zu Ipilimumab mit 32,7 versus 15,9 Monaten verdoppelt werden. Ipilimumab sei die erste systemische Behandlungsoption, die beim Melanom im Stadium IV zugelassen worden war und einen Überlebensvorteil zeigte, betonte Prof. Axel Hauschild, Kiel.
Auch für das nichtkleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) im frühen Stadium liegen laut Dr. Marlitt Horn, Großhansdorf Langzeitdaten [2] der Phase-III-Studie KEYNOTE 671 mit perioperativ verabreichtem Pembrolizumab oder Placebo zusammen mit einer neoadjuvanten platinbasierten Chemotherapie vor. Demnach betrug nach median 60,4 Monaten das ereignisfreie Überleben (EFS) im experimentellen Arm 49,9 versus 26,5 % im Placeboarm. Die 5-Jahres-OS-Raten beliefen sich auf 64,6 % und 53,6 % (Placebo). In der ersten Interimsanalyse von KEYNOTE 671 hatte das EFS nach 24 Monaten 62,4% und 40,6% im Placeboarm betragen. Das OS unterschied sich mit 80,9 % und 77,6 % unter Placebo nicht signifikant.
Eine weitere Langzeitanalyse [3] der Phase-III-Studie KEYNOTE-048 von Patienten mit metastasierendem oder nicht resezierbarem rezidivierendem Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region (M/uR HNSCC) nach median circa 69 Monaten ergab ebenfalls verbesserte Überlebensraten unter einer Therapie mit Pembrolizumab. Das mediane OS einer Monotherapie mit Pembrolizumab beziehungsweise einer Kombinationsbehandlung zusammen mit Chemotherapie betrug 12,3 bis 14,8 versus 10,3 bis 11 Monate.
In der ursprünglichen Studie KEYNOTE 048 hatte das mediane OS der Studienteilnehmenden ohne systemische Vorbehandlung der metastasierten Erkrankung nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11,5 bis 13 Monaten unter der Mono- und Kombinatioinsbehandlung mit Pembrolizumab signifikante 12,3 bis 14,8 Monate im Vergleich zu Chemotherapie allein mit 10,3 bis 11 Monate betragen. PD Dr. Konrad Klinghammer, Berlin, nannte die Ergebnisse bei Kopf-Hals-Tumoren eine Erfolgsgeschichte von der Palliation hinein ins kurative Setting.
Dr. Ralph Hausmann