Universelles Basisverfahren der Zukunft?

Fortschritte der LC-MS/MS

Eigentlich hat die Massenspektrometrie (MS) das Zeug dazu, als Universalverfahren Einzug in die Labordiagnostik zu halten, denn sie kann so gut wie alle Moleküle nachweisen, die eine Masse und eine Ladung besitzen. Das Spektrum reicht von kleinen Metaboliten bis zu großen Peptiden.
Dass sie sich noch nicht auf breiter Front durchsetzen konnte, liegt v. a. daran, dass die Tandemmassenspektrometrie mit vorgeschalteter Flüssigchromatografie (LC-MS/MS) apparativ teuer und schwer zu automatisieren ist. Die Hoffnung der Anwender liegt aber ganz klar auf der Entwicklung von Turn-Key-Systemen, die ähnlich leicht zu bedienen sind wie Immunoanalyzer. Einen ersten Schritt macht das unten vorgestellte System – ein Vollautomat, der sich an Anwender ohne spezielle MS/MS-Kenntnisse wendet. Das Methodenspektrum befindet sich noch im Aufbau; als Beispiel wird ein Verfahren vorgestellt, das dank der vorgeschalteten HPLC eng verwandte Stellungsepimere von Vitamin D differenzieren kann.
In einer 2018 publizierten SWOT-Analyse arbeiteten Vogeser und Zhang [1] die Stärken und Schwächen der Technologie heraus und analysierten die Chancen und Risiken für ihre weitere Verbreitung im klinischen Labor.

Die Stärken

Die Autoren stellen die Spezifität als die herausragende Stärke der LC-MS/MS dar. Exzellente molekulare Auflösung gepaart mit geringer Interferenz durch chemisch ähnliche Substanzen (im Vergleich zu Immunoassays) erlauben es, zahlreiche diagnostisch wichtige Vertreter einer Substanzklasse in einem Analysengang