Gedeckter Tisch

Molekulardiagnostik in der Onkologie

Kaum ein diagnostisches Fachgebiet bietet eine so reiche Menükarte an Unter­suchungsmaterialien, Analysen- und Auswerteverfahren wie die molekulare Onkologie. Anhand von Beispielen sollen die nächsten Seiten unseren Lesern Appetit machen, dieses innovative Gebiet auch für ihr Labor zu erschließen.
Das Ziel ist letztlich eine personalisierte Krebstherapie (s. u.), die auf dem Nachweis definierter Mutationen und ihrer alterierten Folgeproduk­te basiert. Für diese sog. Compa­nion Dia­gnos­tics kommen neben Tumorgewebe auch Abstriche (S. 116) und flüssige Proben im Rahmen der Liquid Biopsy zum Einsatz. Bei der Versendung von Blut ist die Prä­analytik entscheidend: Spezielle Stabilisatorröhrchen verhindern, dass die Tumor-DNA durch genomische DNA aus Leukozyten kontaminiert wird (S. 114–115).
Den „Haupt­gang“ bildet die Analytik mit traditio­nellen Techniken für Einzelmarker (Histochemie, qPCR) und mit innovativen Verfahren für höchste Sensitivität (digitale PCR) bzw. immer größere Markerpanels (NGS, Arrays). Am Beispiel des durch humane Papillomaviren (HPV) ausgelösten Zervixkarzinoms demonstrieren wir auf den Seiten 116–119 die Fülle des Angebots vom Nachweis verschiedener Hoch- und Niedrigrisiko-HPV-Typen mittels PCR – häufig kombiniert mit einer Hybridisierungstechnik – über die Bestimmung von onkogener mRNA und Proteinen (E6 und E7) bis hin zum umfassenden Arraytest für diverse sexuell übertragbare Erreger.
Die Postanalytik in Form bioinformatischer Auswertetechniken steht nicht auf dem Menüplan. Dieser „Nachtisch“ wird erst in der Herbstausgabe gereicht. 

Georg Hoffmann