Abgrenzung und Diff erenzialdiagnose erforderlich

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Die Diagnose CED erfolgt laut Leitlinien anhand der Klinik in Kombination mit endoskopischen, histologischen, radiologischenund laborchemischen Methoden. Das Labor kann besonders zur Abgrenzung zu anderen Erkrankungenund zum Therapie-Monitoring beitragen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zeichnen sich durch eine Überreaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe aus und gehen mit krampfartigen Bauchschmerzen und persistierenden Durchfällen einher. Die Erkrankung hat häufig drastische Auswirkungen für die betroff enen Patienten. Umso wichtiger ist nicht nur die frühzeitige Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, wie Reizdarmsyndrom, gastrointestinalen Infektionen oder Nahrungsmittelallergien, sondern auch die Differenzierung zwischen den beiden häufi gsten Erkrankungsformen Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU). MC kann den gesamten Magen-Darm-Trakt, CU hauptsächlich den Dickdarm befallen. Labordiagnostische Verfahren kommen vielfältig zum Einsatz. Der Nachweis der Entzündungsmarker Calprotectin und Lactoferrin aus dem Stuhl dient zur Abgrenzung von CED gegenüber dem Reizdarmsyndrom und zum Th erapiemonitoring (s. S. 14 ff .). Auto antikörper werden dagegen zur Unterscheidung zwischen MC und UC sowie zur Diff erenzierung von Erkrankungs-Subtypen herangezogen. Bei MC ist die ASCA-Subfraktion häufi g erhöht und die ANCA-Subfraktion negativ; bei UC sind die Verhältnisse umgekehrt. Antikörper gegen exokrines Pankreas und gegen mikrobielle Bestandteile (z. B. anti-OmpC) sprechen eher für MC. Bei der medikamentösen Behandlung von CED kommen vor allem Immunsuppressiva wie z. B. Infl iximab zum Einsatz. Dieser monoklonale, gegen den Tumor-Nekrose-Faktor α gerichtete Antikörper kann zur Dosisanpassung im Th erapiemonitoring (s. u.) nachgewiesen werden.

Dr. Sabine Ramspott, Dr. Gabriele Egert

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