Digitaler Workflow: Lückenlose Qualitätssicherung

Das Qualitätsmanagement gewinnt im medizinischen Labor und in anderen methodenorientierten Fächern zunehmend an Bedeutung. Während in der Laboratoriumsmedizin viele diagnostische Bereiche mittlerweile akkreditiert sind, steht eine wachsende Zahl an Pathologie-Laboren noch vor dieser großen Herausforderung. Das Sektorkomitee Pathologie/Neuropathologie der deutschen Akkreditierungsstelle hat hierzu bereits einen Leitfaden veröffentlicht (www.dakks.de/content/sk-pathologie-neuropathologie).

Der Einsatz moderner Slide Scanner und die IT-Anbindung des kompletten Arbeitsbereiches unterstützen und vereinfachen die Qualitätssicherung im Pathologie-Labor maßgeblich.

 

Der digitale Workflow am Beispiel Schnellschnittdiagnostik

Die Schnellschnittdiagnostik im Rahmen einer intraoperativen Befundung ist ein Arbeitsablauf, bei dem der Zeitfaktor und die unmittelbare diagnostische Entscheidung eine wesentliche Rolle spielen. Gerade in solchen Stresssituationen können standardisierte Prozesse und eine digitale Dokumentation die hohen Anforderungen der Qualitätssicherung und der rechtlichen Nachweispflicht erfüllen.

 

Bilddokumentation der Makropräparation des ursprünglichen Gewebes

Im ersten Schritt erstellt der Pathologe an der Makroaufnahme-Station ein Bild des ursprünglichen Gewebes. So kann er bereits vor der Erstellung des Schnellschnittes den entsprechenden Bereich markieren und kommentieren. Dies ermöglicht von Beginn an eine durchgängige Nachvollziehbarkeit der Befundung und die Bilddokumentation geht unmittelbar in die digitale Fallakte des Patienten ein.

 

Erstellung und Beurteilung des gefärbten Schnellschnittes

Nach der Anfertigung wird der Gewebeschnitt mit dem kompakten digitalen Scanner Pannoramic DESK innerhalb kurzer Zeit im Ganzen digitalisiert. Während der Befundung kann der Pathologe den untersuchten Gewebebereich am Bildschirm markieren und bei Bedarf in einer Tumorkonferenz besprechen. Darüber hinaus können standort­übergreifend in Echtzeit Zweitmeinungen, zum Beispiel eines angebundenen Pathologiezentrums, eingeholt werden.

Der digitale Gewebeschnitt steht dem Pathologen zusammen mit nachfolgenden IHC-Färbungen für den Endbefund zur Verfügung.

Alle digitalisierten Objektträger werden mit sämtlichen Markierungen und Kommentaren automatisch gesichert und in die Fallakte überführt. Somit ist die Befundung vollständig dokumentiert und kann jederzeit nachvollzogen werden.

Zusätzlich ermöglicht die Serveranbindung des pathologischen Arbeitsplatzes den Zugriff auf die Routinediagnostik zu jeder Zeit und von jedem Ort aus. Der Pathologe ist dadurch in der Lage, seiner täglichen Routinearbeit nachzugehen, während er auf den Schnellschnitt wartet. Somit entsteht keinerlei Zeitverlust.

 

Die Vorteile eines digitalen Arbeitsablaufs auf einen Blick

• Die digitale Fallakte mit der kompletten Bilddokumentation vereinfacht das Qualitätsmanagement

• Die arbeitsplatzunabhängige Befundung minimiert den Zeitverlust

• Die Serveranbindung ermöglicht den unmittelbaren Austausch mit weiteren Experten

Von links nach rechts: Digitaler Slide Scanner „Pannoramic DESK“, Monitor mit Bild des ursprünglichen Gewebes und eingescanntem Slide, Makroaufname-Station „MacroStation“.