Drei Schwerpunkte – ein Ziel

Systeme für die digitale Pathologie im Überblick

Bild: www.pixaby.com, Montage: Trillium GmbH

Im Kern versteht man unter „digitaler Pathologie" den Wechsel vom traditionellen Mikroskop zur Diagnostik mithilfe hochaufgelöster digitaler Bilder. In erweiterter Form beinhaltet der Begriff aber auch die digitale Archivierung von Mikro- und Makrofotos, sowie die IT-gestützte Prozesssteuerung im pathologischen Institut – von der Probenidentifikation über die automatische Färbung bis zum Befunddiktat. Noch allgemeiner schließt er den Einsatz informationstechnischer Systeme im weiteren Umfeld der Pathologie ein, etwa für die Anbindung an das Krankenhausinformationssystem oder die telepathologische Konsultation.

Historische Wurzeln

Die Hersteller, die im Rahmen unserer Produktübersicht hier ihre Lösungen vorstellen, repräsentieren die gesamte Bandbreite dieses Angebots. Dabei nähern sie sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen, was sich aus der jeweiligen Firmenhistorie erklärt.

So kommt Olympus (S. 59–60) traditionell aus der Mikroskopie, während Hamamatsu Photonics (S. 58) zu den Pionieren der Scannersensorik gehört. Philips (S. 56) kann auf jahrzehntelange Erfahrung in der digitalen Radiologie verweisen, Roche (S. 53, 55, 57) und Sysmex (S. 62) sind ebenso lang im Bereich der Laborautoma­tion zuhause. Nexus schließlich (S. 61) steht primär für Krankenhaus-Informa­tionssysteme, während VMscope (S. 58) auf spezielle Software für die Bildauswertung setzt.

 

Prozessintegration

Unabhängig von ihrer Herkunft ist bei allen Herstellern klar das gemeinsame Ziel zu erkennen, die digitale Pathologie in den diagnostischen Gesamtprozess zu integrieren; das gilt auch für hier nicht vorgestellte Anbieter wie etwa Leica oder Omnyx. Die Schwerpunkte, die die Unternehmen in den Produktinformationen auf S. 56–62 setzen, sind naturgemäß unterschiedlich und lassen sich in die links dargestellten drei Gruppen (mit fließenden Übergängen) untergliedern.

Den eigentlichen Kernbereich der digitalen Hellfeld- und Fluoreszenzmikroskopie decken vor allem Olympus (integriertes Multifunktionsgerät) und Hamamatsu (schneller Scanner, hohe Ladekapazität) ab. Für die IT-gestützte Steuerung von Laborprozessen stehen beispielhaft Roche (Färben, Scannen) und Sysmex (Scanner von 3DHistech). Die Zusammenführung des Pathologie-Informationssystems mit parallelen und übergeordneten IT-Systemen haben Philips (PACS, RIS) und Nexus (RIS, LIS, KIS) im Fokus. VMscope bietet einen Softwarebaukasten an, der Module verschiedener Hersteller zu praktikablen Lösungen verbinden kann.