Mehr als nur Statistik?

Krebsrisiko und Stammzellteilung

Wie kommt es, dass manche Krebsarten tausendfach häufiger sind als andere? Dieser Frage gehen Tomasetti und Vogelstein von der Johns Hopkins Universität, Baltimore, in der neuesten Ausgabe von Science nach (2015; 347: 78.81). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das Risiko, an einem bestimmten Malignom zu erkranken, u. a. von der Teilungsrate der Stammzellen im jeweiligen Organ abhängt.  Das – so die Autoren – passe zur Theorie, dass bei jeder Stammzellteilung ein Risiko für die Bildung einer entarteten Tochterzelle bestehe. Etwa 2/3 der Krebshäufigkeiten ließen sich durch diesen Mechanismus erklären.

Hodentumoren liegen bei doppelt logarithmischer Darstellung im Mittelfeld, sind also absolut gesehen eher selten. Inwieweit der hier erwähnte Lebensstandard die Teilungsrate beeinflusst, wäre sicher eine gezielte Untersuchung wert.

 

 

 

Am häufigsten teilen sich die Stammzellen der Haut; entsprechend hoch ist das lebenslange Risiko, an einem Basaliom zu erkranken. Ähnliche Werte erreichen Kolonkarzinome bei genetisch belasteten FAP-Familien (Grafik: Trillium GmbH).