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Wie in Trillium Diagnostik 1/2017 berichtet, wurde die GSEV (German Society for Extracellular Vesicles) am 2. März anlässlich der IGLD-Tagung in Düsseldorf gegründet. Inzwischen ist der vereinsrechtliche Rahmen abgesteckt und die Allgemein­nützigkeit der GSEV anerkannt. Nun gilt es, die Gesellschaft mit Leben, sprich mit engagierten Mitgliedern zu füllen. 

Die rege Teilnahme am Gründungssymposium hat das große Interesse bestätigt, das den extrazellulären Vesikeln – als Träger molekularer Informationen im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten – derzeit entgegengebracht wird (siehe Beitrag auf S. 164 ff.). Deshalb sind insbesondere auch die Leser dieser Zeitschrift zur Mitgliedschaft herzlich eingeladen. Der Jahresbeitrag liegt zwischen 20 € für Studierende und 50 € für wissenschaftlich bzw. ärztlich Beschäftigte. Ein Beitrittsformular ist unter www.extracellular-vesicles.de erhältlich.

Ich freue mich auf eine spannende interaktive Zukunft der EV-Forschung in Deutschland, für die diese Gesellschaft eine Plattform bietet. An dieser Stelle sei auch auf die erste Jahrestagung der GSEV am 1.–2. März 2018 in Frankfurt/Main hingewiesen, die wieder gemeinsam mit der IGLD durchgeführt wird.

Priv.-Doz. Dr. Bernd Giebel, 1. Vorsitzender

Universitätsklinikum Essen, bernd.giebel@uk-essen.de 


Vet|Dx – neue Plattform für diagnostische Innovationen in der Veterinärmedizin

Im Juli 2017 erhielt das DiagnostikNet-BB den positiven Zuwendungsbescheid zur Umsetzung des ZIM-Kooperationsnetzwerks, das die veterinärmedizinische Diagnostik inhaltlich und organisatorisch fördern soll. 

Das VetDx-Netzwerk zielt darauf ab, einen Rahmen für langfristige, zuverlässige und effiziente Forschungs- und Entwicklungskooperationen zu schaffen. Als Kernstück wird eine „One-stop-Shop“-Plattform etabliert, die über den Förderzeitraum hinaus innovative Produkte und Dienstleistungen für die veterinärmedizinische Diagnostik bereitstellt. Das Methodenspektrum reicht von Immunoassays, Molekulardiagnostik über Mikroskopierverfahren bis hin zu kultur­basierten Methoden und Schnelltests. Die Anwendungsfelder umfassen die gesamte Haus-, Nutz- und Wildtierdiagnostik: also Screening-Tests, physiologische/genetische Profile, Leistungsdiagnostik, Erregernachweise, Lebensmittelsicherheit, Reproduktionsmedizin und Wasseranalytik.

Alle Interessierten – auch aus der humanmedizinischen Dia­gnostik – sind zum Kick-off-Treffen am 29. September 2017 in Berlin eingeladen. Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Frauke Adams unter f.adams@diagnostiknet-bb.de oder Telefon 0172/162 31 88 zur Verfügung.

Dr. Anke Kopacek

Netzwerkmanagement DiagnostikNet-BB e. V.

a.kopacek@diagnostiknet-bb.de


Einheitliches Leistungsverzeichnis Labor trägt erste Früchte

Vor einem Jahr wurde die Arbeitsgruppe Einheitliches Leistungsverzeichnis Labor (AG 1 LV) als gemeinsame Einrichtung der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e. V.), des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL e. V.), der KV Telematik GmbH (KVTG) und des Qualitätsrings Medizinische Software e. V. (QMS) ins Leben gerufen. Ziel war es, einen Standard für ein gemeinsames Leistungsverzeichnis für Laborleistungen zu erarbeiten – eine komplexe Aufgabe für alle Beteiligten. 

Inzwischen trägt diese Zusammenarbeit von Facharztlaboren, KV und Software-Herstellern erste Früchte: Nach einer ausführlichen Analyse bestehender Möglichkeiten verständigte man sich darauf, einen nationalen Standard auf der Basis bereits bestehender Lösungen zu schaffen.

Im ersten Schritt wird ein einheitliches Abkürzungsverzeichnis zur standardisierten und eindeutigen Identifikation von Labor­leistungen entwickelt. Dabei sollen nach Aussage von Dr. Andreas Bobrowski, Vorsitzender des BDL, auch Erfahrungen, die bereits in anderen europäischen Ländern gemacht wurden, mit einfließen. Darüber hinaus strebt die Arbeitsgruppe eine strukturell nachhaltige Finanzierung des Leistungsverzeichnisses an; dabei werden auch die Möglichkeiten der Refinanzierung durch die Krankenkassen geprüft. 

Offene Diskussionskultur

Über die Arbeit an Verzeichnis und Kürzeln hinaus sei es aber auch Ziel der AG, „eine offene Diskussionskultur zwischen Herstellern von Praxis-Verwaltungs-Software (PVS) und Labor-Informations-Systemen (LIS) sowie Laboren, Laborgruppen, Berufsverbänden und der KBV aufzubauen“, so Stefan Kirchberg vom Qualitätsring Medizinische Software (QMS). Gefördert werde die Zusammenarbeit nicht zuletzt durch die jüngste Entscheidung des Gesetzgebers, dass Softwarehersteller künftig einheitliche Schnittstellen vorhalten müssen. 

Mehr Patientensicherheit plus Zeit- und Kostenersparnis

„Die Einführung eines standardisierten Leistungsverzeichnisses für Laborleistungen wird zu einer klar beschriebenen Beauftragung von Laboratoriumsuntersuchungen, einer besseren Vergleichbarkeit der dargestellten Ergebnisse und einer deutlichen Qualitätssteigerung führen“, sagt der Vorsitzende des ALM e. V., Dr. Michael Müller. Damit verbunden erwartet er höhere Patientensicherheit sowie eine mittel- bis langfristige Kosten- und Zeitersparnis.

Cornelia Wanke, Geschäftsführerin ALM e. V.

c.wanke@alm-ev.de, www.alm-ev.de


Companion Diagnostics unter der neuen IVD-Verordnung

Die Verordnung zielgerichteter Medikamente wird immer häufiger davon abhängig gemacht, ob ein Begleitdiagnostikum (CDx = Companion Diagnostics) für den Nachweis des jeweiligen Zielmoleküls (therapeutic target) zur Verfügung steht und ein positives Ergebnis erbrachte. Unter der neuen IVD-Verordnung, die am 25. Mai 2017 in Kraft getreten ist, werden diese CDx nun in besonderer Weise geregelt. Bis zum Geltungsbeginn der Verordnung bleiben noch fünf Jahre, die von den Herstellern genutzt werden sollten, um sich auf die Umstellung vorzubereiten. 

Der VDGH wirkte vor allem darauf hin, dass eine angemessene Definition von CDx Eingang in den Gesetzestext fand. Zunächst hatte der Rat der Mitgliedsstaaten einen Vorschlag eingebracht, der nahezu die Hälfte aller IVDs in die Kategorie CDx einsortiert hätte. Es hieß: „monitor response to treatment by the medicinal product for the purpose of adjusting treatment to achieve improved safety or effectiveness.” Dieser Passus wurde nun durch eine engere und präzisere Definition ersetzt. Hinsichtlich der Risikoklassifizierung werden alle bisher entwickelten CDx in die zukünftige Klasse C („high personal risk“) eingeordnet. Ausnahmen könnten neue therapiebegleitende Diagnostika sein, bei denen die Bestimmung eines Infektionsgrades bei einer lebensbedrohlichen Krankheit im Mittelpunkt steht und die Überwachung im Rahmen des Patientenmanagements von entscheidender Bedeutung ist. Hier wäre eine Einsortierung in die höchste Risikoklasse D gegeben.

Für die Beurteilung des Konformitätsbewertungsverfahrens ist nicht alleine die Benannte Stelle zuständig, es muss zusätzlich die EMA (European Medicines Agency) hinzugezogen werden. 

Die In-house-Herstellung von CDx bleibt erlaubt, sofern diese mit dem angestrebten „intended use“ nicht auf dem Markt erhältlich sind. Verlangt werden das Vorhandensein eines geeigneten QM-Systems sowie die Einhaltung diverser Normen, Dokumentations- und Meldepflichten. Außerdem dürfen die Produkte nicht an eine andere rechtlich eigenständige Einrichtung weitergegeben werden. Die EU-Mitgliedstaaten können weitere Einschränkungen vornehmen.

Dr. Martin Walger, www.vdgh.de


Neue Vorstandschaft

Auf der Jahresversammlung des Forum MedTech Pharma e. V. am 21. Juni 2017 wurde der Unfallchirurg Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer, Klinikum der Ruhr-Universität in Bochum und  BG Klinikum Duisburg, zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Er löst Prof. Dr. Michael Nerlich ab, der seit über zehn Jahren an der Spitze des Vereins stand. Die Mitglieder dankten Professor Nerlich für sein zehnjähriges Engagement als Vorstandsvorsitzender. Während seiner Amtszeit konnte das Netzwerk zahlreiche neue Tätigkeitsfelder erschließen und sich in der Branche als feste Größe etablieren. Des Weiteren wurden Christian Bredl, Leiter der Landesvertretung Bayern der Techniker Krankenkasse, München, sowie Dr. Michael Meyer, Vice President Government Affairs & Policy Deutschland, Siemens Healthcare GmbH aus Erlangen, neu in den Vorstand des Forum MedTech Pharma gewählt.

Mit derzeit über 550 Mitgliedsinstitutionen vertritt dieser Vorstand fortan das größte Netzwerk der Gesundheitsbranche in Deutschland. Seit fast 20 Jahren unterstützt und berät das Forum MedTech Pharma Unternehmen, Wissenschaftler und klinische Anwender. Insbesondere die Schnittstellen zwischen Technologie und Anwendung, Industrie und Wissenschaft, Entwicklung und Vermarktung sowie branchenübergreifend zwischen Medizintechnik und Pharma spielen dabei eine große Rolle. Neben Fachtagungen, Expertenkreisen, individuellen Beratungsangeboten, Informationen zu Fördermöglichkeiten sowie der Vermittlung von Kooperationspartnern bietet das Forum MedTech Pharma engmaschige Vernetzungsmöglichkeiten zu Akteuren aus der Politik und dem gesamten Branchenumfeld.

Marlene Klemm

www.medtech-pharma.de


Abschied und Dank

Mit dem Übergang in die herbstliche Zeit verabschieden wir drei Wegbegleiter und Förderer, die das Ergebnis ihrer engagierten Arbeit nun in jüngere Hände legen wollen: Prof. Dr. G. Hafner, der weit mehr als zehn Jahre neben seiner profunden Arbeit als Dozent auch Vorsitzender des Beirats war, Prof. Dr. P. Schnitzler, der seit 2001 als Seminarleiter in seinem virologischen Fachgebiet und als Beiratsmitglied wirkte, sowie Prof. Dr. M. Freund, der seit 1997 sein Fachwissen in unsere hämatologischen Mikroskopierkurse eingebracht hat. Sie alle sind Multiplikatoren unseres Weiterbildungskonzeptes und haben mit ihrer wichtigen Arbeit zum exzellenten Ruf des DIW-MTA als Weiterbildungsanbieter beigetragen. Ihnen allen gebührt unser Dank.

Angelika Thomas-Semm, Prof. Dr. Marco Kachler, DIW-MTA e. V.

thomas-semm@diw-mta.de, kachler@diw-mta.de 


Erfolgreiche Summer School

Woche die Möglichkeit, in die Welt der Molekularpathologie einzutauchen. Das Feedback der Teilnehmer/-innen war „überwältigend positiv“, so der Präsident Prof. Dr. med. K.-F. Bürrig. Prof. Dr. med. H.-U. Schildhaus und sein hervorragendes Team des Instituts für Pathologie der Universität Göttingen stellten in Theorie- und Praxismodulen die verschiedenen molekularpathologischen Methoden vor – die Fallstricke lernten die Teilnehmer/-innen bei der Begutachtung der eigenen Fälle sofort kennen. Es wurde deutlich: Der Dreiklang der Molekular­pathologie heißt „Indikation, Interpretation und Integration.“

Dr. Henrike Wunder

bv@pathologie.de


Erfolg für Technologie aus Deutschland

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA erteilte Ende August 2018 einer neuartigen Krebstherapie mit körpereigenen, gentechnisch veränderten T-Zellen (sog. CAR-T-Zellen) die Zulassung. Die Firma Miltenyi Biotec, 1989 in Bergisch-Gladbach gegründet, entwickelte hierfür ein Gerät, das die aufwendige Herstellung der Zellen vor Ort ermöglicht.

Mit 2.000 Mitarbeitern ist Miltenyi heute eines der größten Unternehmen der Biotechnologie-Branche in Deutschland. 

Dr. Claudia Englbrecht, englbrecht@biodeutschland.org


RNA-Interferenz als neues Therapie­konzept bei Erbkrankheiten

Aus der Industrie

Die RNA-Interferenz (RNAi, RNA-Silencing) ist ein natürlicher Mechanismus zur Unterbrechung der Genexpression in Eukaryonten. Dabei binden kurze RNA-Stücke an mRNA und unterbinden unter Beteiligung mehrerer Enzymkomplexe die weitere Translation in die entsprechende Proteinstruktur. Für die Entdeckung erhielten die beiden US-Wissenschaftler Andrew Z. Fire und Craig C. Mello 2006 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. 

Zunehmend etablieren sich inzwischen therapeutische RNAi-Anwendungen zur gezielten Stilllegung von Genen. Beim Kongress der International Society for Thrombosis and Haemostasis (ISTH) in Berlin wurden im Rahmen einer Pressekonferenz von Alnylam Pharmaceuticals interessante Ansätze für die Hämophilie A und B sowie die ATTR-Amyloidose vorgestellt. 

Hämophilie A und B

Bei erblichen Hämophilien ist die Thrombinbildung durch das Fehlen der Gerinnungsfaktoren VIII oder IX massiv gestört. Da der Protease-Inhibitor Antithrombin (ATIII) Thrombin hemmt, war zu erwarten, dass eine Unterdrückung der ATIII-Expression mittels RNAi die Folgen einer Hämophile kompensieren kann. In klinischen Studien der Phase 3 konnte gezeigt werden, dass der in Abständen von einer Woche bis einem Monat subkutan gegebene Wirkstoff Fitusiran die Bildung von ATIII in der Leber weitgehend unterdrückt und bei Hämophilen tatsächlich Schutz vor Blutungen bietet1. Dieses neuartige Therapieprinzip erspart den Patienten die häufige iv-Gabe von Gerinnungsfaktoren und verhindert auch die gefürchtete Induktion von Antikörpern gegen FVIII bzw. IX.

ATTR-Amyloidose

Bei der hereditären ATTR-Amyloidose liegen Mutationen des Transthyretin-Gens vor; dadurch entstehen aus fehlgefalteten TTR-Proteinen zellschädigende Amyloid-Fibrillen, vor allem in Nerven (Polyneuropathie), Herz (Kardiomyopathie) und Gastrointestinaltrakt. Es gibt weltweit mindestens 50.000 Träger, von denen viele schon vor dem 15. Lebensjahr versterben. 

Die Therapie zielt bislang nur auf die Reduktion der Symptome ab; bei bestimmten Patienten ist eine orthotope Lebertransplantation möglich. Der RNAi-Wirkstoff Patisiran zeigte in klinischen Studien eine massive Hemmung der TTR-Biosynthese, verbunden mit einer deutlichen Verbesserung der Symptome sowie einer Regeneration geschädigter Nerven. 

Dr. Hans-Jürgen Kolde

h.-j.kolde@t-online.de