Intelligente Vernetzung

Laborinformationssysteme

Die Laboranforderung am Bildschirm verdrängt den Papierbeleg zunehmend, weil sie viele organisatorische Vorteile bietet. Bei der Nutzung intelligenter Anwendungen ist allerdings noch Luft nach oben. Für spezielle Fälle haben wir eine Zwischenlösung zwischen Papier und Online auf Basis 2-dimensionaler Barcodes entwickelt.
Schlüsselwörter: Order Entry, intelligente Anforderungsunterstützung, 2D-Barcode, PDF 417, QR-Code

Der Begriff Order Entry steht für alles, was man online bestellen kann: Bücher, Computer, Kleidung – und natürlich auch Laborwerte. Dass die Anforderung am Bildschirm im Vergleich zum Papierbeleg viele Vorteile bietet, muss man inzwischen nicht mehr betonen: Klicken geht schneller als Schreiben und vermeidet Tippfehler, elektronisch übermittelte Daten sind konsis­tenter, die Befunde können dem Einsender stets eindeutig zugeordnet werden usw.

Die elektronische Auftragserteilung an das Laborinformationssystem (LIS) wird zunehmend sektorenübergreifend genützt.

Im Krankenhaus werden diese Möglichkeiten umfassend genützt, während es in den Arztpraxen noch technische, wirtschaftliche und rechtliche Hürden gibt, zum Beispiel durch den von der KV vorgeschriebenen "Muster 10"-Schein. Doch auch hier setzt sich Order Entry immer stärker durch.
Medizinisch attraktiv wird die computer­gestützte Anforderung aber erst, wenn man die intelligenten Werkzeuge der Systeme nützt – von der Gestaltung intuitiver Formulare über die Hinterlegung von Leistungskatalogen mit Hinweisen zu Probenmaterial, Abnahmebedingungen etc. bis zur Programmierung eigener Apps, die beispielsweise Vorschläge für leitliniengerechte Testprofile (diagnostische Pfade) machen oder auf Wiederholungsuntersuchungen in zu kurzen Abständen hinweisen.
Bei der Ausschöpfung dieser Möglichkeiten ist auf beiden Seiten noch Luft nach oben: Viele Hersteller bieten recht kryptische und wenig anwenderfreundliche Werkzeuge an, und die Anwender bringen oft den Mut nicht auf, sich Grundkenntnisse der Programmierung anzueignen. Haben sie aber das erste "Makro" erfolgreich in der Routine, dann sprudeln oft die Ideen, was man damit noch alles machen kann.

Bei aller Begeisterung für die Online-Anforderung gibt es aber auch weiterhin Gründe für papierbasierte Lösungen, beispielsweise wenn der Anschluss gemessen am Anforderungsvolumen zu teuer ist, beim Wechsel von einem Laboranbieter zu einem anderen oder als Ausfallersatz. Für solche Fälle haben wir in einer Koopera­tion zwischen dem Klinikum Ingolstadt und dem Bioscientia-Institut eine preisgünstige Zwischenlösung mit 2D-Barcodes entwickelt. Der vom LIS des Einsenders auf den Anforderungsschein gedruckte Code (PDF 417) enthält die Patientenstammdaten, Informationen zur Abrechnung und bietet auch genug Platz, um bei Bedarf alle gewünschten Tests aufzunehmen. Der zurückgesendete Befund trägt ebenfalls einen 2D-Barcode mit der Einsenderidentifika­tion, sodass sich der elektronische Kreislauf auch im "Papier­betrieb" schließt. 

 

 

Sicher und intelligent vernetzt

 

 

Dr. Rainer Heidrich, Bioscientia Institut für medizinische Diagnostik, Ingelheim


Prof. Dr. med. Johannes Aufenanger
johannes[dot]aufenanger[at]klinikum-ingolstadt.de