Neue Abrechnungsregeln für die Immungenetik

Die Immungenetik befasst sich als Teildisziplin der Humangenetik speziell mit den genetischen und molekularbiologischen Grundlagen der Immun­antwort. Sie wird u. a. von der DGI e. V. vertreten. Unter ihren viel­fältigen medizinischen Aufgaben­gebieten betrifft die EBM-Novellierung in Kapitel 32.3.15 vor allem die Knochen­mark- und Organtransplanta­tion.
Bezüglich der immungenetischen Untersuchungen ist positiv hervorzuheben, dass endlich – immerhin fast 50 Jahre nach der ersten allogenen Knochenmarktransplantation – die Abrechnung der HLA-Typisierung zur Transplantationsvorbereitung relativ klar geregelt wurde. Auch die Bestimmung der transfusionsrelevanten Human Platelet Antigens (HPA) kann nun im EBM abgerechnet werden.

Unverständliche Einschränkungen

Leider wurde die Analyse der Transplantationskreuzproben nicht auf den Stand der Wissenschaft und Technik gehoben: So ist eine isolierte Verwendung neuer Techniken (zum Beispiel FACS-Crossmatch) nicht zulässig. Aus unerklärlichen Gründen wurde die Gebührenordnungsposition für den Nachweis von HLA-Allo­antikörpern, eine unentbehrliche Untersuchung für die Patienten auf Transplantationswartelisten, ersatzlos gestrichen.


Dr. med. Kaimo Hirv
Facharzt für Transfusionsmedizin



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